19:38 26 November 2020
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    Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat von der Nutzung des Gendersternchens wie in Polizist*innen oder Kolleg*innnen abgeraten. Dasselbe gilt auch für Unterstriche und Doppelpunkte.

    Das immer häufiger benutzte Gendersternchen sei weder konform mit den Regeln der deutschen Grammatik noch mit denen der Rechtschreibung. Die GfdS befürworte zwar grundsätzlich eine diskriminierungsfreie Sprache. „Das sogenannte Gendersternchen stellt aber aus sprachlicher Sicht kein geeignetes Mittel dar, um dieses Anliegen umzusetzen“, teilte sie am Donnerstag in Wiesbaden mit.

    Zudem werde auf dem Weg zur diskriminierungsfreien Sprache sehr uneinheitlich vorgegangen: Die Stadtverwaltung Lübeck nutze etwa einen Genderdoppelpunkt, die Städte Hannover und Flensburg ein Gendersternchen.

    Die Verwendung unterschiedlicher genderneutraler Formen führe zu einer uneinheitlichen Rechtschreibung, bemängelte die GfdS etwa.

    Und: „Wie Personenbezeichnungen mit einem Gendersternchen ausgesprochen werden sollen – beispielsweise mit einer kurzen Sprechpause, unter Auslassung des Sternchens als feminine Form oder als Paarform – ist unklar. Für die Sprechenden und für die Zuhörerinnen und Zuhörer entstehen so Unsicherheiten.“ Fazit: „Die GfdS rät daher ausdrücklich davon ab, das Gendersternchen und ähnlich problematische Formen zu verwenden.“

    Karl Marx und Friedrich Engels bei der Arbeit (Gemälde von W. Polyakow)
    © Sputnik / W. Polyakow / Reproduktion / Wiatschelaw Runow
    Der Begriff Gendersternchen ist im neuen Duden zu finden, der seit Mittwoch in den Buchläden steht. „Wir haben das Wort aufgenommen, weil es über einen längeren Zeitraum im allgemeinen Sprachgebrauch verankert ist", sagte eine Sprecherin des Duden-Verlags am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Aber: „Es ist keine Empfehlung, das Gendersternchen zu nutzen.“ Erstmals gibt es im Duden drei Seiten mit Hinweisen zu gendergerechter Sprache.

    Anfang August war Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann strikt gegen Vorschriften für eine geschlechtergerechte Sprache angegangen. Er beuge sich zwar diesem Trend, sei aber gegen „Sprachpolizisten“.

    „Von diesem ganzen überspannten Sprachgehabe halte ich nichts“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Natürlich müssen wir darauf achten, dass wir in unserer Sprache niemanden verletzen, und Sprache formt unser Denken ein Stück weit. Aber jeder soll noch so reden können, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.“ Er sei gegen „Sprachpolizisten“.

    sm/dpa/gs

     

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    Tags:
    Gesellschaft für deutsche Sprache, Gender