17:33 26 November 2020
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    Durch den coronabedingten Ausfall der Straßenlaufwettbewerbe sind Veranstalter und Vereine finanziell in Bedrängnis. In einer Petition bitten sie die Politik um einen Hilfsfonds und um Mithilfe bei der Erarbeitung eines Sicherheitskonzepts, das Laufwettbewerbe wieder möglich machen würde.

    Die Corona-Pandemie hat den deutschen Laufsport hart getroffen. Fast alle Läufe sind abgesagt worden, Veranstalter und Vereine bangen um ihre Existenz. Auch Unternehmen, die für Security, Medaillen, Zeitnahme, Technik und Absperrungen bei den Wettbewerben sorgen, leiden unter dem Ausfall.

    Die Interessengemeinschaft der deutschen Straßenlaufveranstalter German Road Races (GRR) e.V. hat aus diesem Grund eine Petition gestartet. Es stehe ein Sport auf der Kippe, der einmalig sei, heißt es in der Begründung. Breitensportliche Läufer und Läuferinnen verschiedenster Nationen, Kulturen und Religionen würden gemeinsam mit Eliteathleten in einem Rennen starten. Integration und Zusammengehörigkeit seien Grundpfeiler der Veranstaltungen, hinzu komme die enorm wichtige präventiv-medizinische Bedeutung des Laufsports, auch durch die Kinder- und Jugendläufe. Wer Läufe als Zuschauer erlebe, werde außerdem motiviert, selbst diesen Sport zu betreiben.

    „Die Politik muss sich endlich genauer mit dieser Krise beschäftigen und aktiv nach Lösungen suchen - zum Beispiel Hygiene- und Sicherheitskonzepte der Veranstalter optimieren und diese aktiv unterstützen statt pauschal abzulehnen. Warum zum Beispiel können Open-Air-Veranstaltungen nicht mit Abstands- und Mundschutzvorschriften stattfinden, wenn dies im täglichen Leben in vielen anderen Bereichen längst wieder möglich ist? Hier muss die Politik in Kooperation mit den Veranstaltern Sicherheits-Regelungen schaffen, so dass Großveranstaltungen – Läufe, aber auch viele andere Events – wieder stattfinden können. Zudem ist die von GRR bereits mehrfach beantragte Einrichtung eines Finanz-Hilfsfonds für viele Veranstalter notwendig, um zu überleben. Nach drei Monaten steht man hier immer noch am Punkt null.“

    Unterstützt wird die Petition unter anderem von mehreren prominenten Läufern. Irina Mikitenko, deutsche Rekordhalterin über die Marathon-Distanz, findet es „traurig, dass die Politik nichts unternimmt, um den Laufsport zu unterstützen“. Die 47-Jährige betont, es sei sehr wichtig, dass über Jahrzehnte gewachsene Laufveranstaltungen erhalten blieben und das finanzielle Überleben von Veranstaltern und Spitzenathleten gesichert werde.

    Auch der deutsche Marathon-Rekordhalter Arne Gabius unterstützt die Petition und sagt, staatliche Hilfe sei jetzt notwendig und sinnvoll.

    „Es wird höchste Zeit, dass sich auf Bundes- und Landesebene endlich intensiv mit dieser Problematik beschäftigt wird, denn ansonsten wird das gravierende Folgen haben für die Laufszene, wie wir sie kannten. Deswegen begrüße ich diese Initiative und unterstütze sie gerne“, betont auch Philipp Pflieger, der 2021 bereits seinen zweiten Olympia-Start anstrebt.

    Die Petition, die bereits vor einem Monat gestartet wurde, hat bisher rund 4130 Unterschriften von den angestrebten 50.000 gesammelt.

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    Wettbewerbe, Deutschland, Absage, Marathon, Coronavirus