09:27 30 September 2020
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    Ein Berliner Polizist soll in drei Fällen Festgenommene grundlos geschlagen und getreten haben. Vor dem Amtsgericht Tiergarten hat der 28-Jährige die Vorwürfe zurückgewiesen, die unter anderem zwei seiner Kolleginnen erhoben hatten.

    Die Anschuldigungen seien falsch, sagte der Beamte am Dienstag zu Beginn des Prozesses wegen Körperverletzung im Amt. In einem Fall habe er zwar einem Festgenommenen einen Schlag in das Gesicht versetzt, dieser habe ihn allerdings zuvor angegriffen. In einem anderen Fall habe er einen Mann wegstoßen müssen.

    Zu den mutmaßlichen Übergriffen soll es laut Anklage im November und Dezember 2018 gekommen sein. Der Polizeimeister soll Festgenommene jeweils während eines Transports zur Gefangenensammelstelle grundlos attackiert haben. Im ersten Fall habe er einen wegen Verdachts auf Körperverletzung Festgenommenen getreten, als dieser gefesselt im Gruppenwagen gelegen habe. Weil der Beamte dabei seine Einsatzschuhe getragen habe, liege eine gefährliche Körperverletzung im Amt vor.

    Aus Eigensicherung weggestoßen

    Der seit Ende 2018 krankgeschriebene Beamte erklärte, wenn er Gewalt anwenden gemusst habe, habe er stets den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz berücksichtigt. Im ersten Fall der Anklage, den eine Kollegin zur Anzeige gebracht hatte, sei „überhaupt nichts passiert“. Er habe die Frau wegen falscher Verdächtigung angezeigt. Mit ihr und der weiteren Kollegin, die Anschuldigungen erhoben habe, habe es immer wieder berufliche Diskrepanzen gegeben.

    Der Angeklagte erklärte weiter, im zweiten Fall habe er einen Mann weggestoßen. „Er versuchte immer wieder, sein verschmiertes Gesicht bei mir abzuwischen“, so der Polizist. Zuvor habe er den Gefesselten laut aufgefordert, das zu lassen. Weil es hieß, der Mann sei möglicherweise krank und ansteckend, habe er ihn „aus Eigensicherung etwas kräftiger weggestoßen“. Im dritten Fall sei er von einem bei einer Demonstration Festgenommenen im Gruppenwagen attackiert worden.

    Die Polizistinnen, die laut Gericht ihren Kollegen belastet hatten, sollen am 1. September als Zeuginnen befragt werden.

    mka/dpa/gs

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    Tags:
    Körperverletzung, Gewalt, Polizei