19:52 24 November 2020
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    Ein Schulleiter in Rathenow (Havelland) ist vom Dienst suspendiert worden, nachdem er sich gegen die Maskenpflicht ausgesprochen und letztere an seiner Grundschule für aufgehoben erklärt hatte. Nun haben Dutzende Menschen für seine Rückkehr demonstriert.

    Laut rbb 24 hatte sich der Schulleiter Frank G. in der vergangenen Woche in einem Brief an die Eltern gegen die Maskenpflicht an seiner Grundschule gewandt. Darin bezeichnete er die Maskenpflicht in Schulgebäuden als „völlig unverhältnismäßig und schädlich“. Darüber hinaus behauptete G., dass das Maskentragen nicht helfe und dies daher niemand in seiner Schule zu tun brauche.

    Angaben zufolge soll es noch einen weiteren Grund für die Suspendierung des Schulleiters geben. So soll G. vor Mitarbeitern des Schulamtes gesagt haben, dass er sich an die Weisung seines Dienstvorgesetzten nicht mehr gebunden und seinem Eid als Beamter nicht mehr verpflichtet fühle. Gegen den Schulleiter sei daraufhin ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Die Dienstgeschäfte führe nun die stellvertretende Schulleiterin.

    G. war vom Bildungsministerium Brandenburgs suspendiert worden, nachdem er die Maskenpflicht zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie an seiner Grundschule für aufgehoben erklärt hatte. Seit diesem Montag wird die Maskenpflicht laut Bildungsministerium dort wieder umgesetzt.

    Nicht erlaubte Demo

    Nach der Suspendierung des Schulleiters in Rathenow demonstrierten Dutzende Menschen für die Rückkehr des Direktors. Nach Angaben der Brandenburger Polizeidirektion West war die Demonstration jedoch nicht angemeldet gewesen, weshalb jetzt wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt wird. Unklar war zunächst, wer protestiert und wer nur seine Kinder zur Schule gebracht hatte.

    Laut einem Brief der stellvertretenden Schulleiterin an die Eltern werden die Aussagen G's „vollumfänglich für ungültig und wirkungslos“ erklärt. Ab Montag müsse sich jeder an die Maskenpflicht im Schulgebäude halten, heißt es darin. Nur im Unterricht selbst müsse keine Maske getragen werden.

    Das Bildungsministerium betonte, Brandenburg habe am vergangenen Dienstag zur Eindämmung von Covid-19 festgelegt, dass in Innenräumen von Schulen – außer im Unterricht – Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden müssten, der Schulleiter habe damit „eindeutig rechtswidrig“ gehandelt. Deshalb sei der Schulleiter am Freitag vom Dienst suspendiert worden.

    mka/gs

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    Tags:
    Brandenburg, Schule, Maskenpflicht