16:45 18 September 2020
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    Eine aus der Türkei abgeschobene Deutsche ist von der Bundesanwaltschaft als mutmaßliche Anhängerin der Terrormiliz Islamischer Staat (IS, Daesh)* angeklagt worden. Die seit Mai in U-Haft sitzende Berlinerin soll sich dem IS in Syrien angeschlossen und von dort aus für den „Dschihad“ geworben haben.

    Die Frau aus Berlin soll Ende September oder Anfang Oktober 2014 nach Syrien ausgereist sein, um dort im damals von dem IS kontrollierten Gebiet zu leben, wie die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte. Dort heiratete sie laut Anwaltschaft einen tschetschenischen Terrorkämpfer und schloss sich der Organisation an. Im März 2015 soll sie per WhatsApp eine in Deutschland lebende Bekannte zum „Dschihad“ (Heiliger Krieg) aufgefordert haben.

    Nach dem Tod ihres Mannes 2015 heiratete die nun angeklagte Frau den Angaben nach einen aus Deutschland stammenden IS-Kämpfer, Ende 2016 brachte sie ein gemeinsames Kind zur Welt. Auch ihr zweiter Ehemann starb, er kam laut Anwaltschaft in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 ums Leben.

    Die Bundesanwaltschaft wirft der Frau vor, für ihre Ehemänner den Haushalt geführt und ihnen so als Kämpfer den Rücken frei gehalten zu haben. Sie wurde Anfang 2019 von den kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) aufgegriffen, lebte danach in einem Flüchtlingslager in Nordsyrien und flüchtete Anfang 2020 in die Türkei. Von dort aus wurde sie mit einer zweiten mutmaßlichen IS-Anhängerin aus Hamburg und insgesamt vier Kindern abgeschoben.

    Angeklagt ist die Frau, die seit Mai in Untersuchungshaft sitzt, unter anderem wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Sie soll auch ein Sturmgewehr besessen haben - es sei ihr „Hochzeitswunsch“ an einen der beiden Ehemänner gewesen, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

    * Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

    leo/dpa/ae

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    Tags:
    Abschiebung, Karlsruhe, Anhängerin, Anklage, Islamischer Staat, IS, Bundesstaatsanwaltschaft, Türkei, Syrien, Deutschland