08:53 30 September 2020
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    Der Attentäter von Christchurch, Brenton Tarrant, wollte nach Anschlägen auf zwei Moscheen im März 2019 ein drittes muslimisches Gotteshaus in Neuseeland angreifen. Dies wurde am Montag bei der ersten Anhörung vor der Urteilsverkündung bekannt.

    Laut Staatsanwalt Barnaby Hawes hatte der Attentäter nach den tödlichen Schüssen in der Al-Nur-Moschee im Stadtteil Riccarton und im Linwood Islamic Centre zu einer weiteren Moschee in Ashburton, etwa eine Stunde südlich der Stadt, fahren wollen. Er habe mehrere Waffen dabei gehabt und auch geplant, die Moscheen in Brand zu setzen, sei jedoch von der Polizei gefasst worden.

    Dem Angeklagten, einem 29-jährigern Rechtsextremisten aus Australien, werden 51 Morde und 40 versuchte Morde sowie Terrorismus zur Last gelegt. Da er sich im März in einer Videoschalte überraschend schuldig bekannt hatte, entfiel ein Prozess.

    Insgesamt vier Tage lang sollen Überlebende und Angehörige die Möglichkeit erhalten, ihre Erklärungen zu verlesen. Auch der Angeklagte selbst wird die Möglichkeit haben, sich zu äußern. Anschließend will Richter Cameron Mander das Urteil verkünden.

    Am ersten Tag der Anhörung wurden 24 Aussagen verlesen. Einige der Opfer sprachen den Attentäter direkt an. Dieser zeigte sich im schwer bewachten Gerichtssaal gleichmütig. Insgesamt wollen sich mehr als 60 Betroffene vor Gericht äußern. 

    Die Anschläge von Christchurch gelten als das bislang schwerste Gewaltverbrechen in der jüngeren Geschichte des Pazifikstaates. Der Täter übertrug die Attacke per Helmkamera live im Internet. Vor dem Blutbad hatte er eine Kampfschrift mit rassistischen Parolen im Netz veröffentlicht.

    Bei der Urteilsverkündung will der Angeklagte auf Anwaltshilfe verzichten, wie im Juli bekannt wurde. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe, eventuell ohne Möglichkeit zu einer vorzeitigen Entlassung. Ein solches Strafmaß ist in Neuseeland bisher noch nie verhängt worden.

    ls/mt/dpa

     

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    Tags:
    Australien, Neuseeland