16:55 18 September 2020
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    Im Fall der tödlichen Gleisattacke hat das Frankfurter Landgericht am Freitag die dauerhafte Unterbringung des Täters in der Psychiatrie angeordnet.

    Im Gerichtsverfahren ging aus dem psychiatrischen Gutachten hervor, dass der Täter eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle.

    „Er hat völlig fremde Menschen attackiert“, erklärte der Sachverständige.

    Somit seien auch künftige Opferkreise „völlig unvorhersehbar.“

    Zweifellos habe zum Tatzeitpunkt eine paranoide Schizophrenie in akuter Form vorgelegen, hieß es weiter. Der Oberarzt in der Psychiatrie, in der sich der Beschuldigte aktuell aufhält, teilte mit, dass sich der Mann in jenem Zeitraum verwirrt und computergesteuert gefühlt habe.

    Mit Spannung war erwartet worden, ob die Richter die Tat als Totschlag oder Mord einstufen. Also ob das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt ist, wovon in der Nebenklage ausgegangen wird. Die Staatsanwaltschaft hatte im Fall von Mutter und Sohn dagegen auf Totschlag und versuchten Totschlag plädiert.

    Hintergrund

    Im Juli 2019 hatte ein Mann in Frankfurt einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE am Hauptbahnhof geschubst. Der Junge starb im Gleisbett, die Mutter konnte sich im letzten Moment retten.

    Der tatverdächtige Eritreer hatte zudem eine ältere Frau attackiert. Sie konnte sich in Sicherheit bringen, ohne in den Gleisbereich zu stürzen. Der Angreifer lebte seit 2006 in der Schweiz. Er landete zunächst in U-Haft und stand unter dringendem Verdacht des Mordes und zweifachen Mordversuchs. Danach wurde er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

    ak/dpa/ae

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    Tags:
    Täter, Psychiatrie, Gericht, Frankfurt am Main, Deutschland