06:16 21 September 2020
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    In einer Käserei im Kanton Schwyz konnten Listerien nachgewiesen werden. Diese Art von Bakterien kann bei gewissen Menschen lebensgefährliche Infektionen auslösen. Die Staatsanwaltschaft beginnt nun mit Ermittlungen wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und Widerhandlung gegen das Lebensmittelgesetz.

    Die Staatsanwaltschaft des Kanton Schwyz ermittelt ab Donnerstag gegen einen Schwyzer Käserei-Betrieb. Es besteht der Verdacht auf mehrfache fahrlässige Tötung, mehrfache Körperverletzung und Widerhandlung gegen das Lebensmittelgesetz. Bisher wird angenommen, dass der Käse mit Listerien – einer Art von Stäbchenbakterien – verseucht gewesen sein könnte. Zehn Leute sollen aufgrund der in Produkten enthaltenen Listerien gestorben sein. 

    Die Schweizer Zeitschrift „Tages-Anzeiger“ berichtet von insgesamt 34 Erkrankten aus den Jahren 2018 und 2020, die auf denselben Listerien-Stamm zurückzuführen sind. Die Stäbchenbakterien seien im Brie der Käsehandlung nachgewiesen worden. Bereits Anfang Mai seien die Krankheitserreger bei einer internen Inspektion in den Produkten entdeckt worden. Daraufhin kontaktierte die Käserei ihre Abnehmer mit der Aufforderung, die Produkte zu entsorgen. Anschließend schloss der Käserei-Betrieb.

    Auch benachrichtigte die Käserei das Labor der Zentralschweizer Kantone und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Das BLV gab ebenfalls eine Warnung an die Umgebung heraus. Auf Basis dieser Information habe man weitere wissenschaftliche Analysen eingeleitet. Die Resultate daraus hätten einige Zusammenhänge zu Erkrankungsfällen im Jahr 2018 ergeben, wie die Staatsanwältin Franziska Steiner gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte.

    Bei intaktem Immunsystem verläuft die Listerien-Infektion meist ohne oder nur mit milden Symptomen. Allerdings gab es auch Fälle, bei denen Menschen die Erkrankung nicht überlebten. Einer dieser Fälle ist auf einen Krankenhauspatienten aus dem Kanton Wallis zurückzuführen, der an einer Krebserkrankung litt, so der „Tages-Anzeiger“.

    „Wilke“: Listerien im Fleisch

    Listerien sind auch in Deutschland kein unbekanntes Thema. Letztes Jahr kam es im Oktober zu einem großen Vorfall bei der Fleischproduktion „Wilke“. 37 Krankheitsfälle und drei Todesfälle konnten in Zusammenhang mit Listerien in den Fleischprodukten nachverfolgt werden. Auch der Verbraucherschutz in Deutschland fordert dementsprechend eine bessere Lebensmittelüberwachung, wie aus einem Artikel des „Stern“ vom November 2019 hervorgeht. Im Krisenfall sollen auch Länder und Bund die Verantwortung für solche Kontaminationen tragen und nicht die Kommunen.

    lm/ae

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    Tags:
    Listerien, Wilke Wurst, Schweiz, Käse, Lebensmittel