09:11 30 September 2020
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    Ein Vorfall im nordrhein-westfälischen Bergisch Gladbach sorgte am Wochenende für Aufsehen. Nach einem Wahlkampftermin wurde Gesundheitsminister Jens Spahn auf der Straße von empörten Demonstranten angefeindet und ausgepfiffen – und musste ohne Gespräch die Rückfahrt antreten.

    „Wie Jens Spahn angeschrien und angespuckt wird, ist unsäglich“, kommentiert etwa Außenminister Heiko Maas (SPD) am Montagmorgen. „Wer für sich in Anspruch nimmt, für Freiheit zu demonstrieren, sollte anderen auch die Freiheit lassen, sich zu erklären. So ein Umgang geht gar nicht. DemokratInnen kämpfen mit Argumenten, nicht mit Beleidigungen.“

    Was genau passierte, kann man unter anderem den Videos in den sozialen Netzwerken entnehmen. Auf einem der Videos ist zu sehen, wie der CDU-Mann mit Menschen sprechen will, diese ihn aber anpöbeln. Es kommen auch homophobe Beleidigungen vor. 

    „Sowas muss sich auch ein Jens Spahn nicht geben“, kommentieren die Twitter-Nutzer weiter. 

    Auch die Bundesregierung und die CDU-Spitze haben Anfeindungen gegen Spahn verurteilt. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach auf der Pressekonferenz am Montag von einem „üblen Verhalten“. Wer Politiker nur beschimpfe und gar bespucke, der wolle keinen Dialog. Diese Menschen wollten die „brachiale Form des Protests“, der nirgendwo hinführe.

    Das CDU-Präsidium verurteilte seinserseits den Vorfall scharf. Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer twitterte am Montag am Rande der Gremiensitzungen, homophobe Beleidigungen und Bespucken seien „inakzeptabel und mit nichts zu rechtfertigen. Das hat mit Anstand und Streitkultur nichts mehr zu tun“.

    Spahn selbst kommentierte den Vorfall gegenüber der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe): „Wir müssen das Gespräch und den Dialog mit denen suchen, die unzufrieden sind mit unserer Corona-Politik. Denn wir bleiben als Gesellschaft nur zusammen, wenn wir miteinander reden.“ Politik habe die Wahrheit nicht gepachtet, Diskussionen gehörten zur Demokratie. „Sie funktionieren aber nur, wenn beide Seiten bereit sind, zuzuhören. Aber wenn geschrien, gespuckt und gepöbelt wird, geht's halt leider nicht“, so Spahn. 

    In der vergangenen Woche war Spahn bei einem Auftritt in Wuppertal gestört worden. Zwei Personen hatten am Montag laut Polizei sein Auto blockiert und wurden wegen Nötigung angezeigt.

    lk/dpa/sb

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    Tags:
    Coronavirus, CDU, Jens Spahn