16:36 25 September 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Von
    5252525
    Abonnieren

    Der Auftritt der Ex-Ehefrau des SPD-Politikers und Corona-Apostels Karl Lauterbach in einer Talkshow erregt die Gemüter. Im Gegensatz zu Lauterbach bezweifelt Angela Spelsberg, selbst Epidemiologin mit Abschluss in Harvard, die Gefahr des Corona-Virus und die Notwendigkeit der ergriffenen Maßnahmen zu dessen Eindämmung.

    Angela Spelsberg ist Leiterin des Tumorzentrums Aachen und hat einen Abschluss in Epidemiologie an der renommierten Harvard-Universität in den USA. Als Expertin war sie vergangene Woche in einer Talk-Show des österreichischen Fernsehsenders „Servus TV“ geladen. Dort überraschte sie mit einer Meinung, die so gar nicht in den üblichen Kanon von Corona-Experten im TV passt:

    „Ich bin Wissenschaftlerin und Epidemiologin, und für mich zählen immer die Fakten. Ich finde es nicht korrekt, wenn man nach Ablauf einer derartig milden Infektion behauptet, es wäre der größte Killer und die größte Gefahr. Das sind alles Hypothesen gewesen, die darauf beruht haben, dass man gesagt hat, ‚es ist ein neues Virus‘“, sagte Spelsberg.

    „Die Verbreitung des Virus ist jetzt zum Erliegen gekommen“

    Die Wissenschaftlerin ist der Meinung, dass die Bevölkerung in den letzten Monaten bereits eine gewisse Immunität gegen das Coronavirus aufgebaut hat. Spelsberg spricht davon, dass wir bereits „am Ende der Ausbreitung“ sind. Die Sterberate der Corona-Pandemie würde mit einer Quote von gut 0,1 Prozent der einer normalen Grippe ähneln, so Spelsberg. Den erneuten Anstieg der Infektionszahlen führt die Wissenschaftlerin auf die Ausweitung der Coronatests zurück. Jedoch bezweifelt die Epidemiologin, dass positiv auf Corona Getestete auf wirklich ansteckend sind.

    Spelsberg behauptete in der TV-Sendung weiter:

    „Die Verbreitung des Virus ist jetzt zum Erliegen gekommen. Wir haben seit Ende Mai eigentlich keine steigenden Hospitalisierungs- oder Sterbezahlen mehr.“

    Lauterbachs Kompetenz in Frage gestellt?

    Damit begab sich die Wissenschaftlerin in direkte Opposition zu ihrem Ex-Mann, dem SPD-Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach, der als einer der schärfsten Verfechter der Einhaltung der Corona-Maßnahmen gilt. Lauterbach ist oft gebuchter Talkshow-Gast, fordert beispielsweise selbst auf privaten Feiern eine Maske zu tragen und spricht sich für harte Strafen bei Nichteinhaltung der Corona-Regeln aus.

    Spelsberg und Lauterbach haben sich in Harvard kennengelernt, wo beide studierten. Allerdings hätte der spätere Politiker dort nicht Epidemiologie, sondern „Health Policy und Management“ studiert, wie seine ehemalige Ehefrau in der Talk-Show betonte. Indirekt warf sie Lauterbach vor, durch seine ständige Präsenz in den Medien nicht genug Zeit zu haben, sich eingehend mit der Materie zu beschäftigen: „Weil man das Handwerk verstehen muss. Man muss die Daten und Zahlen analysieren und man muss sich auch Zeit nehmen.“, erklärte die Wissenschaftlerin.

    Lauterbach reagierte am Samstag per Twitter auf die Sticheleien seiner Ex-Frau, indem er einen Auszug aus seinem Lebenslauf veröffentlichte, in dem er angibt, ein Jahr seines Aufenthalts in Harvard auch Epidemiologie als Schwerpunkt studiert zu haben.

    Rosenkrieg und „schmutzige Wäsche“

    Karl Lauterbach und seine Ex-Frau haben seit Jahren keinen persönlichen Kontakt mehr. Laut Spelsberg hätte sie viele Jahre mit Lauterbach um Unterhaltszahlungen für die vier gemeinsamen Kinder kämpfen müssen.

    Als Lauterbach 2013 als Gesundheitsminister im Gespräch war, sagte Spelsberg der Zeitschrift „Bunte:

    „Hoffentlich wird er nicht Minister. Ich würde es für besser erachten, wenn Herr Lauterbach das Amt nicht bekäme. Er würde der großen Verantwortung nicht gerecht werden.“

    Dr. med. Angela Spelsberg, hat einen Abschluss in Epidemiologie von der Harvard-Universität. Vor zehn Jahren hat sie sich intensiv mit der Schweinegrippe-Pandemie auseinandergesetzt. Aktuell leitet sie das Tumorzentrum Aachen.

    Lauterbach ist Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) in Köln. Sein Amt ruht jedoch seit Jahren wegen seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Bei einer „Nowitschok“-Vergiftung wäre Nawalny nach 10 Minuten tot – Entwickler
    „Manchmal kriegt man das Schiff nicht mehr rum“: Kann Deutschland Corona-Kollaps verhindern?
    Erstmal kollektiv schießen – Was macht die Nato mit der ukrainischen Armee?
    Tags:
    Coronavirus, Karl Lauterbach