17:22 18 September 2020
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    Sudans Interimsregierung und mehrere Rebellengruppen haben ein Friedensabkommen erzielt. Jahrelang hatten Rebellen in der Region Darfur sowie in den Provinzen Blauer Nil und Südkordofan gegen die Regierung in Khartum gekämpft. Laut staatlichen Medien haben sie am Montag ein Abkommen in der südsudanesischen Hauptstadt Juba unterzeichnet.

    „Heute ist der Anfang des Weges in Richtung Frieden“, sagte Sudans Regierungschef Abdullah Hamduk.

    Die Konfliktparteien, die unter Vermittlung des Nachbarlandes Südsudan verhandelt hatten, vereinbarten unter anderem eine Machtteilung. Sie einigten sich ferner auf die Rückkehr von Geflüchteten und Landbesitz und beschlossen, Kämpfer der Rebellengruppen in die nationalen Streitkräfte zu integrieren.

    Allerdings boykottierten einige Rebellen das Abkommen. So verweigerten einige Teilnehmer der SPLM-N – des nördlichen Zweigs der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (Sudan People's Liberation Movement – North) – die Unterschrift. Die Gruppe ist mit der SPLM verbündet, die jahrelang für die Unabhängigkeit des heutigen Südsudans kämpfte und die Regierungspartei in dem Land ist.

    Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sagte dazu, das Abkommen sei ein wichtiger Meilenstein im demokratischen und wirtschaftlichen Wandel des Sudans und ebne den Weg in Richtung eines nachhaltigen Friedens. Er rief die zwei Gruppen, die das Abkommen nicht unterzeichnet haben, dazu auf, sich dem Frieden anzuschließen. Experte Jonas Horner von der International Crisis Group betonte warnend, das Abkommen sei nur ein erster Schritt in Richtung Frieden und es bestünden noch immer signifikante Hürden für die Umsetzung.

    Die Konflikte in Darfur sowie in den Provinzen Südkordofan und Blauer Nil prägten die lange Amtszeit des autokratischen Präsidenten Omar al-Baschir, der im vergangenen Jahr gestürzt wurde.

    In der westsudanesischen Region Darfur waren 2003 Kämpfe zwischen Bevölkerungsgruppen, die mehr politische Mitbestimmung forderten, und der Regierung von Al-Baschir ausgebrochen. Regierungskräfte und die verbündete arabische Miliz Dschandschawid gingen brutal gegen die Bevölkerung vor. Schätzungen zufolge hat der Konflikt 300.000 Tote  gefordert. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerkes sind noch immer rund 1,6 Millionen Menschen auf der Flucht. Nach dem Sturz Al-Baschirs im vorigen Jahr bemühte sich die Übergangsregierung um Frieden mit den Rebellengruppen. Allerdings kam es vor kurzem wieder zu einem Anstieg der Gewalt in Teilen Darfurs.

    ls/mt/dpa

     

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    Tags:
    Südsudan, Sudan