07:43 05 Dezember 2020
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    Ein Polizist in der US-Hauptstadt Washington hat auf einen Afroamerikaner geschossen, der versucht haben soll, bei seiner Festnahme zu fliehen. Der Schwarze erlag seinen Verletzungen. Darüber berichtet der TV-Sender WJLA.

    Der Vorfall ereignete sich gegen 15:51 Uhr am Mittwoch (Ortszeit) im Südosten der Stadt, wie aus einer Pressemitteilung der Polizei hervorgeht.

    Demnach reagierten uniformierte Streifenbeamte auf Informationen über einen bewaffneten Mann. Bei der Ankunft seien sie Personen in einem Fahrzeug und um den Wagen herum begegnet. Nach Erblicken der Polizeibeamten seien zwei der Verdächtigen zu Fuß geflohen.

    „Uniformierte Polizeibeamte verfügten über Informationen, wonach es in der Nachbarschaft Männer mit Schusswaffen gab“, zitiert der Sender den Polizeichef Peter Newsham. „Das war es, wonach sie suchten, und offensichtlich fanden sie das“.

    Während der Verfolgung zu Fuß habe einer der Verdächtigen eine Schusswaffe geschwungen, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Als Reaktion darauf habe ein Offizier einmal geschossen und dabei den Verdächtigen getroffen. Dem anderen Verdächtigen sei die Flucht gelungen, er sei nicht festgenommen worden.

    Mitarbeiter der Feuerwehr und des Rettungsdienstes seien zum Tatort gekommen und hätten den Verdächtigen wegen lebensbedrohlicher Verletzungen in ein örtliches Krankenhaus gebracht. Der Verdächtige sei dort für tot erklärt worden, nachdem alle „lebensrettenden Bemühungen fehlgeschlagen waren“, fügte die Polizei hinzu.

    Nach Angaben der Ermittler wurden am Tatort mehrere Schusswaffen sichergestellt.

    Die an der Schießerei beteiligte Person wurde inzwischen als der 18-jährige Deon Kay identifiziert.

    Trayon White, Mitglied des Stadtrates, teilte bei einer Pressekonferenz mit, dass es sich bei dem Opfer um einen Afroamerikaner handle, der in der Nähe des Tatorts gelebt habe.

    Nachdem Ende Mai in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) der Afroamerikaner George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz getötet wurde, kommt es in zahlreichen US-Städten regelmäßig zu Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt und auch immer wieder zu Ausschreitungen.

    Am Mittwoch war berichtet worden, dass ein schwarzer Radfahrer bei einer Polizeikontrolle in der kalifornischen Metropole Los Angeles erschossen worden sei.

    Zuvor war die Stadt Kenosha in Wisconsin zu einem der Brennpunkte der Unruhen geworden, wo Polizisten dem 29-jährigen Schwarzen Jacob Blake Ende August in den Rücken geschossen und ihn damit schwer verletzt hatten.

     

    asch/ae

     

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    Tags:
    Tötung, Polizeigewalt, Proteste, Afroamerikaner, US-Polizei, Polizei, Polizei, USA