19:54 05 Dezember 2020
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    Fall Nawalny: Streit um Vergiftung des Kreml-Kritikers (125)
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    Die Situation um die angebliche „Vergiftung“ des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny könnte laut dem Chef des Auslandsgeheimdienstes Russlands, Sergej Naryschkin, von westlichen Spezialkräften inszeniert worden sein.

    „Die gestrige Erklärung der deutschen Beamten wirft mehr Fragen auf als sie Antworten gibt. Unsere Ärzte haben eine gründliche Untersuchung durchgeführt und sichergestellt, dass es bei Alexej Nawalny in dem Zeitraum, in dem er sich auf dem russischen Territorium befunden hatte, keine Giftspuren gegeben hat“, erklärte Naryschkin am Donnerstag. 

    Er schließt nicht aus, dass die Situation um die angebliche Vergiftung Nawalnys ein Fake sein könnte. 

    Auch hält Naryschkin es für möglich, dass die westlichen Geheimdienste die Situation um die „Vergiftung“ inszeniert haben könnten.

    Darüber hinaus kommentierte der Chef des Auslandsgeheimdienstes Russlands die Worte des weißrussischen Präsidenten, Alexander Lukaschenko, der verlautbart hatte, dass die Erklärung von Angela Merkel über Nawalnys „Vergiftung“ ein Schwindel sei. Er habe versprochen, den russischen Geheimdiensten den Ausschnitt aus dem Gespräch zwischen Warschau und Berlin zu übermitteln. 

    „Wenn Präsident Lukaschenko eine solche Erklärung abgegeben hat, bedeutet das, dass er entsprechende Gründe dafür hatte. Ich halte es meinerseits für durchaus möglich“, so Naryschkin. 

    Bundesregierung geht von Nowitschok-Vergiftung aus 

    Die Bundesregierung hatte am Mittwoch nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Reihe vergiftet worden sei. Inzwischen haben einige deutsche Politiker Strafmaßnahmen gegen den Kreml gefordert.

    Die Vorwürfe gegen Moskau bezeichnete der Kreml als übereilt und unbegründet. Kremlsprecher Dmitri Peskow verwies auf einen Mangel an Informationen hinsichtlich der Ursache für die Behauptung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Nawalny sei vergiftet worden. Russland ist laut dem Kremlsprecher an der Aufklärung des Falls interessiert. Sowohl der Kreml als auch die russichen Ärzte und Spezialisten versuchten seit dem ersten Tag, diese Situation aufzuklären, so Peskow.

    Moskau hatte zuvor zu einer umfassenden Zusammenarbeit mit Deutschland im Fall Nawalny aufgerufen. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte sich am 27. August an die deutschen Justizbehörden gerichtet und die zuständigen deutschen Ärzte um Informationen über die Behandlung sowie um Untersuchungsbefunde zum Patienten Nawalny gebeten.

    Der russische Regierungskritiker hatte am 20. August auf einem Flug in Russland das Bewusstsein verloren, woraufhin er in ein künstliches Koma versetzt wurde. Nach anfänglicher Behandlung in einem Omsker Krankenhaus wurde Nawalny auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt. Laut Angaben der Charité ist sein Gesundheitszustand weiterhin ernst.

    ao/ae/sna

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    Sergej Naryschkin, Vergiftung, Alexej Nawalny, Geheimdienst, Inszenierung