07:41 30 September 2020
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    Sieben Polizeibeamte der Stadt Rochester im Nordwesten des US-Bundesstaats New York sind vom Dienst suspendiert worden. Der Grund ist der Tod eines Schwarzen, der nach einem Zwischenfall bei einem Polizeieinsatz im März eingetreten war. Dies berichtete die Bürgermeisterin der Stadt, Lovely Warren, am Donnerstag (Ortszeit).

    Nach US-Medienberichten hatte sich der Zwischenfall am 23. März ereignet. Allerdings erregte der Tod des 41-jährigen Daniel Prude erst am Mittwoch große Aufmerksamkeit. Denn an dem Tag erhielt seine Familie  auf Anfrage Polizeivideos von der Festnahme und veröffentlichte sie.

    Ein Video zeigt, wie mehrere Polizisten einen 41-jährigen Mann, der nackt und dem Anschein nach unter Drogeneinfluss durch die Straßen rennt, festnehmen. Sie ziehen ihm eine Art Kapuze über, die sie davor schützen soll, angespuckt zu werden, und drücken seinen Kopf auf den Asphalt. Eine Woche später starb der Mann im Krankenhaus.

    Proteste in Rochester

    Nach Angaben der Zeitung „The New York Times“ protestierten zahlreiche Menschen gegen die Polizeigewalt in Rochester. Am Donnerstagabend sei es offenbar zu Zusammenstößen zwischen den Ordnungskräften und etwa 100 Protestlern, die sich vor dem sogenannten Gebäude für Öffentliche Sicherheit versammelt hätten, gekommen.

    Die Staatsanwältin des Bundesstaats New York, Letitia James, versprach eine „faire und unabhängige Untersuchung“. Laut der „New York Times“ begannen die Ermittlungen im April und dauern noch an.

    Jüngste Fälle von Polizeigewalt gegenüber Schwarzen in USA

    Auch in der Hauptstadt Washington war es am Mittwoch zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem ein Schwarzer von einem Polizeibeamten getötet wurde. Eine Streife war alarmiert worden, um im Südosten der Stadt Berichte über eine bewaffnete Person zu prüfen, wie die Polizei mitteilte. Beim Eintreffen der Beamten seien zwei Menschen zu Fuß geflohen. Einer von ihnen habe dabei mit einer Pistole hantiert, weswegen ein Beamter einen Schuss auf ihn abgefeuert habe, hieß es weiter. Der 18-Jährige erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

    Die Polizei veröffentlichte am Donnerstag auch das Video der Bodycam des Polizisten, das die Verfolgung und den Schuss auf den Verdächtigen zeigt. Die an dem Einsatz beteiligten Beamten wurden für die Dauer der Untersuchung beurlaubt, hieß es.

    In der kalifornischen Metropole Los Angeles wiederum hatte ein Beamter am Montag einen schwarzen Radfahrer erschossen, der eine Pistole bei sich trug.

    Seit der Tötung des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) Ende Mai hat sich in den USA eine heftige Debatte um Rassismus und Polizeigewalt entwickelt, die auch zu teilweise gewaltsamen Protesten geführt hat. Erst vor etwa zwei Wochen schoss die Polizei einem Schwarzen in der Stadt Kenosha im Bundesstaat Wisconsin mehrfach in den Rücken. Der Fall von Jacob Blake, der schwer verletzt überlebt hat, führte zu neuen Protesten.

    asch/dpa/ae

     

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    Tags:
    Tod, Polizeieinsatz, Afroamerikaner, USA