07:17 30 September 2020
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    Laut einem Befehlshaber der libanesischen Hisbollah-Bewegung hat die schiitische Miliz die heftige Ammoniumnitrat-Explosion im Beiruter Hafen vom 4. August zunächst für einen Angriff seitens Israels gehalten. Darüber sprach mit Hisbollah-Mitgliedern die wöchentliche Zeitschrift „The Nation”.

    Hisbollah-Kommandant Abu Karim und Kämpfer Abu Naim (beide Aliasnamen, denn Hisbollah-Mitglieder dürfen keinen Kontakt zu den Medien aufnehmen) gaben gegenüber „The Nation” diese Woche preis, dass in den ersten Minuten nach der Explosion die Rede von einem israelischen Luftschlag gewesen sei.

    „Es hat begonnen”

    „In den ersten Augenblicken der Explosion dachten wir, dass wir von Israel angegriffen werden. Wir dachten, das ist’s. Es hat begonnen”, sagte Abu Karim, dessen Worte im Artikel „Nach Beirut-Explosion entfesselte Hisbollah nahezu den Krieg” zitiert werden.

    Unmittelbar danach verlauteten Karim zufolge durch die Reihen der Bewegung die Befehle: Truppen müssten aus den Berggebieten an die Küste im Süden des Landes verlegt werden, Bediener von Raketensystemen sollten schussbereit stehen. Rund 45 Minuten hatten Karims Kämpfer in nervöser Einsatzbereitschaft zugebracht und auf weitere Anordnungen gewartet bevor sie die Berichte erreichten, dass es sich in der Tat um eine Explosion im Hafen handelte. Daraufhin wurde die Einsatzbereitschaft aufgehoben.

    Abu Naim, der zur Zeit der Katastrophe auf einer Aufklärungspatrouille war, sprach ebenfalls von den angespannten Minuten nach der Detonation. Seine Truppe habe mindestens zwanzig Minuten lang beim Radio gesessen und den widersprüchlichen Erklärungen für die Explosion zugehört.

    „Zunächst bekommen wir, dass es ein israelischer Angriff ist. Dann wird’s plötzlich dementiert”, erläuterte Naim. Schließlich wurde die Kampfbereitschaft bei Naims Einheit aufgehoben und die Militärs wurden aufgefordert, beim Rettungseinsatz Hilfe zu leisten, indem sie die Autobahnen für Rettungswagen freimachten.

    Ammoniumnitrat-Explosion in Beirut

    Am 4. August hatte eine gewaltige Explosion den Hafen von Beirut erschüttert. Die Detonation beschädigte Hunderte Gebäude und Autos. In vielen Teilen der libanesischen Hauptstadt wurden durch die Druckwelle Fenster eingedrückt. Einige Bauten wurden völlig zerstört.

    190 Menschen sind infolge der Explosion ums Leben gekommen, mehr als 6000 weitere wurden verletzt.

    Laut Behördenangaben ist die Explosion auf die Detonation von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat zurückzuführen. Der hochexplosive Stoff war 2014 vom Zoll beschlagnahmt und im Hafen gelagert worden. In Beirut wurde der Notstand ausgerufen, der mindestens bis 19. September aufrecht sein soll.

    msch/ae/sna

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    Tags:
    Hisbollah, Beirut, Libanon, Israel