08:54 30 September 2020
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    Vor dem Palast der Unabhängigkeit in Minsk (Residenz des weißrussischen Präsidenten) haben sich am Sonntag erneut Tausende Menschen versammelt, um gegen Alexander Lukaschenko zu protestieren. Der Zugang zu dem Palast wurde von weißrussischen Sicherheitskräften weiträumig abgesperrt. Zehn Menschen sollen festgenommen worden sein.

    Unzählige Menschen versammelten sich am Nachmittag vor der Absperrung, die von einem Großaufgebot an Einsatzkräften bewacht wurde. Wie ein RIA Novosti-Korrespondent vor Ort berichtete, verringerte sich die Zahl der Protestierenden deutlich, nachdem starker Regen eingesetzt hatte. Am frühen Abend sollen es noch an die Tausend gewesen sein.

    ​​Nach Angaben des Korrespondenten befanden sich auf dem Dach des Palastes rund zehn schwarzgekleidete Personen. Der Journalist vermutete, dass es sich dabei um Scharfschützen gehandelt haben könnte.

    Zu einem Zwischenfall sei es gekommen, als sich einige Protestierende der Absperrung genähert und dort Aufschriften hinterlassen hätten. Daraufhin hätten die Sicherheitskräfte Pfefferspray eingesetzt, worauf sich die Menschenmenge nach hinten verlagert habe. Es soll jedoch zu keinen Zusammenstößen gekommen sein.

    ​Nach Angaben des weißrussischen Innenministeriums fanden am Sonntag in mehreren Landesregionen nicht genehmigte Protestaktionen statt. Allerdings hätte es nur in Minsk Festnahmen gegeben – zehn Menschen wurden offiziellen Angaben zufolge in Gewahrsam genommen. Zuvor hatte das Innenministerium angekündigt, die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen. Am Sonntag waren am Palast der Unabhängigkeit unter anderem mehrere gepanzerte Transportwagen sowie Militär zu sehen.

    Massenproteste in Belarus

    Die Massenproteste in Belarus dauern schon seit fast einem Monat an und richten sich gegen den Präsidenten Alexander Lukaschenko. Lukaschenko hatte sich nach der Präsidentschaftswahl am 9. August zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger erklären lassen. Allerdings erkannten seine Herausforderer das Wahlergebnis nicht an und beanspruchten den Sieg für sich.

    Auch die EU geht von Wahlfälschung aus und hat sich inzwischen auf Sanktionen gegen ranghohe Vertreter der weißrussischen Regierung verständigt. Unter anderem forderte die EU neue und faire Wahlen sowie die Einhaltung von Menschenrechten und Pressefreiheit.

    In den ersten Tagen der Proteste wurden die Demonstrationen von Sicherheitskräften niedergeschlagen. Gegen die Protestierenden sollen Tränengas, Wasserwerfer, Lärmgranaten und Gummigeschosse zum Einsatz gekommen sein. Später sahen die Ordnungskräfte von gewaltsamen Methoden ab. Nach offiziellen Angaben wurden in den ersten Tagen der Proteste mehr als 6700 Menschen festgenommen, die mittlerweile fast alle auf freiem Fuß sind. Laut dem Innenministerium wurden bei den Unruhen Hunderte Menschen verletzt. Mindestens drei Demonstranten kamen ums Leben.

    mka/sna/gs

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    Tags:
    Massenproteste, Alexander Lukaschenko, Weißrussland