08:24 30 September 2020
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    Australische Journalisten verlassen China; Altmaier glaubt nicht an Wirkung von Sanktionen; Polizei fahndet nach 481 Rechtsextremisten; Mehr Personal für Gesundheitsämter; WHO warnt vor Politisierung von Corona; Luftverschmutzung größte Bedrohung für die Gesundheit

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Dienstag geschehen ist.

    Australische Journalisten verlassen China

    Nach einem dramatischen diplomatischen Tauziehen haben die letzten beiden australischen Korrespondenten in China das Land verlassen müssen. Die plötzliche Ausreise erfolgte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf dringendes Anraten der australischen Regierung, nachdem beide von chinesischer Seite in einen angeblichen Staatssicherheitsfall verwickelt worden waren. Es handelt sich um den Pekinger Studiochef des australischen Fernsehsenders ABC, Bill Birtles, und den Korrespondenten der Zeitung „Australian Financial Review“ in Shanghai, Mike Smith. Die Ausreise war erst nach langem Ringen möglich geworden, bei dem die Journalisten vier Tage in diplomatischen Vertretungen in Peking und Shanghai Zuflucht gesucht hatten. Das Vorgehen gegen die Korrespondenten steht auch im Zusammenhang mit der Festnahme der prominenten australischen Moderatorin des chinesischen Staatssenders CGTN, Cheng Lei.

    Altmaier glaubt nicht an Wirkung von Sanktionen

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bezweifelt, dass Sanktionen gegen Russland nach dem Giftanschlag gegen Kreml-Kritiker Alexej Nawalny Wirkung zeigen. Er kenne keinen Fall, in dem ein Land durch solche Maßnahmen zu einer Verhaltensänderung bewegt worden sei, sagte der CDU-Politiker in der ARD. Sanktionen führten eher zu einer Verhärtung der Politik. Auch müssten derartige Schritte gemeinsam mit den europäischen Partnern erörtert werden. Altmaier betonte, es sei aber auch nicht die Zeit, irgendetwas auszuschließen, sonst würde man seine eigene Position schwächen. In Deutschland wird derzeit diskutiert, ob man aus dem Ostseepipeline-Projekt Nord Stream 2 aussteigen soll.

    Polizei fahndet nach 481 Rechtsextremisten

    Die Polizei in Deutschland hat zuletzt 481 Rechtsextremisten per Haftbefehl gesucht. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Linksfraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Zahlen beziehen sich auf den 26. März des laufenden Jahres. Im Vergleich zu den Vorjahren gab es nach Angaben der Linksfraktion, die diese Zahlen halbjährlich erfragt, wenig Veränderungen. Der höchste Stand der vergangenen Jahre wurde im September 2017 mit 501 gesuchten Rechtsextremisten erreicht. Die Zahl der offenen Haftbefehle gegen Menschen aus dem rechten Spektrum lag im März bei 629 – gegen eine Person können mehrere Haftbefehle vorliegen.

    Mehr Personal für Gesundheitsämter

    Die Gesundheitsämter in Deutschland sollen über ihre zentrale Rolle in der Corona-Krise hinaus gestärkt werden. Über die Lage und Probleme vor Ort will Kanzlerin Merkel heute in einer Videokonferenz sprechen. Teilnehmen sollen Amtsleiter, Gesundheitsdezernenten der Kommunen, Oberbürgermeister, Landräte und Vertreter der Ländersein. Bund und Länder haben bereits Milliarden-Hilfen für die 375 Ämter zugesagt, die im Kampf gegen das Coronavirus seit Monaten unter Hochdruck arbeiten - beim Verfolgen von Infektionsketten oder beim Anordnen von Tests und Quarantäne. Die Bundesärztekammer dringt auf konkrete nächste Schritte, um die Stärkung der Ämter voranzubringen. Nach einem Konzept von Bundesminister Spahn und seinen Länderkollegen sollen bis Ende 2022 mindestens 5000 unbefristete Vollzeitstellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst neu entstehen.

    WHO warnt vor Politisierung von Corona

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Regierungen vor einer von politischem Kalkül getriebenen Informationsstrategie im Umgang mit der Pandemie gewarnt. Wenn Bürger den Eindruck hätten, dass sie politisch manipulierte Angaben zur Corona-Krise oder eine verzerrte Datenlage serviert bekämen, könne das nach hinten losgehen, sagte der WHO-Notfallkoordinator Michael Ryan vor Reportern in Genf. Er äußerte sich zu Fragen nach widersprüchlichen Botschaften, die Brasiliens Regierung mit ihrer Reaktion auf Covid-19 sende. Auf das Vorgehen der Führung um Staatschef Jair Bolsonaro ging Ryan nicht direkt ein. Zu versuchen, den Menschen allzu einfache, schematische Lösungen zu präsentieren, sei langfristig keine Strategie, mit der man gewinnt, so Ryan.

    Luftverschmutzung größte Bedrohung für die Gesundheit

    Mehr als 400.000 Menschen in der Europäischen Union sterben jährlich vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Europäischen Umweltagentur, der heute in Kopenhagen veröffentlicht wurde. Für den Bericht wurden Daten zum Einfluss der Umwelt auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Europäer analysiert. Demnach stellt in Europa die Luftverschmutzung nach wie vor die größte Umweltbedrohung für die Gesundheit dar. 1990 lag die Zahl der darauf zurückgehenden vorzeitigen Todesfälle allerdings noch bei einer Million.

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