14:42 19 September 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    5432
    Abonnieren

    Mehr als 400.000 Menschen in der Europäischen Union sterben jährlich vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) hervor, der am Dienstag in Kopenhagen veröffentlicht wurde.

    Für den Bericht wurden Informationen zum Einfluss der Umwelt auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Europäer analysiert. Demnach stellt in Europa die Luftverschmutzung nach wie vor die stärkste Umweltbedrohung für die Gesundheit dar. Allerdings lag die Zahl der dadurch verursachten vorzeitigen Todesfälle 1990 noch bei einer Million.

    An zweiter Stelle liege die Lärmbelastung, die zu 12.000 vorzeitigen Todesfällen führe, heißt es weiter. Auch Auswirkungen des Klimawandels, etwa Hitzewellen und Überschwemmungen, hätten zunehmend ihren Anteil. Laut der EEA-Gesundheitsexpertin Catherine Ganzleben seien Menschen in städtischen Umgebungen von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen.

    Weitere von der EEA genannte Faktoren sind chemische Verbindungen, auf übermäßige Antibiotika-Anwendung zurückgehende Resistenzen bei Krankheitserregern und verschmutztes Trinkwasser.

    Hierbei fällt ein deutlicher Unterschied zwischen den Ländern in Ost- und Westeuropa auf. In vielen osteuropäischen Ländern sei die Rate vorzeitiger Tode durch Umweltfaktoren sehr viel höher als in Westeuropa. Den höchsten Anteil an Todesfällen wegen Umweltbelastungen habe Bosnien-Herzegowina (27 Prozent), den niedrigsten hätten Island und Norwegen (9 Prozent). In Deutschland ist die Situation demnach verhältnismäßig gut.

    Die Untersuchungen stützen sich auf Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den Todes- und Krankheitsursachen von 2012. Demnach lassen sich rund 13 Prozent der jährlichen Sterbefälle – bzw. 630.000 vorzeitige Todesfälle – in der EU auf Umweltfaktoren zurückführen und wären daher vermeidbar. Zu den häufigsten Todesursachen zählen dabei Krebs, Herzerkrankungen und Schlaganfälle.

    EEA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx sagte dazu: „Während wir in Europa Verbesserungen in der Umwelt und im Green Deal (neue Wachstumsstrategie für den Übergang zu einer ressourceneffizienten, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Wirtschaft – Anm. d. Red.) einen klaren Fokus auf eine nachhaltige Zukunft sehen, zeigt der Bericht, dass Maßnahmen erforderlich sind, um die am stärksten gefährdeten Personen in unserer Gesellschaft zu schützen.“

    Armut gehe häufig mit dem Leben in einer belasteten Umwelt und schlechter Gesundheit einher, so Bruyninckx. Nach seiner Äußerung muss die Bewältigung dieser Zusammenhänge Teil eines integrierten Ansatzes für ein inkludierendes und nachhaltigeres Europa sein.

    ls/sb/dpa

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Machen uns sehr angreifbar“: CSU-Urgestein und Rechtsanwalt Gauweiler zum Fall Nawalny – Exklusiv
    Fall Nawalny: Deutsche Eliten und „Ausdruck eines Niedergangs“ – Experte Fischer knallhart
    USA kündigen Verlegung von Schützenpanzern in den Nordosten Syriens an
    Tags:
    EU, Europa