06:16 21 September 2020
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    Wissenschaftler aus Tübingen haben in mehreren kommerziellen Schweinefleischprodukten Hepatitis-E-Viren (HEV) entdeckt.

    Das Studienergebnis zeige demnach, dass über zehn Prozent aller Proben damit infiziert seien. Dies erklärte laut einer Mitteilung Thirumalaisamy Velavan, ein Mitarbeiter des Instituts für Tropenmedizin am Universitätsklinikum Tübingen.

    An der Untersuchung waren auch die Medizinische Hochschule Hannover, das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Robert Koch-Institut beteiligt. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Journal of Viral Hepatitis“ veröffentlicht.

    Die mit Velavan kooperierenden Wissenschaftler erforschten Produkte aus Metzgereien und Supermärkten in Tübingen, Reutlingen, Dortmund und Stuttgart. Während der Zeitspanne von Oktober bis Februar hatten die Forscher 41 Proben von Schweinelebern, 40 von Leberpasteten, 40 von streichfähigen Leberwürsten und zehn von Rohwürsten ohne Leber entnommen.

    Die Proben wurden vor allem in Süd- und Westdeutschland, einige in Polen, Belgien, Österreich und Niederlanden genommen.

    Schweinefleischprodukte stärker betroffen

    Nach Worten von Velavan habe die Untersuchung gezeigt, dass Produkte aus Schweinefleisch viel stärker betroffen seien als Schweineleber. Die Proben von Leberwürsten zeigten 13 Prozent, die von Schweinelebern – einen Anteil von fünf Prozent.

    Das Vorkommen von Hepatitis-E-Viren in Lebensmittelprodukten mit Schweineleber sei äußerst hoch und bleibe seit etwa zehn Jahren fast unverändert – dies habe ein Vergleich mit vorherigen Studien gezeigt.

    Nach Angaben der Forscher wurde allerdings nicht ermittelt, wie stark infektiös diese Viren seien – denn, wenn die Lebensmittel bei ihrer Produktion entsprechend stark erhitzt werden, könnten sie schon auf dieser Phase inaktiv werden.

    Hepatitis E wird hauptsächlich über ungenügend gegartes und infiziertes Schweinefleisch und überhaupt Wildfleisch übertragen. Nur in Einzelfällen zeigt sie sich als Reisekrankheit.

    Fünf Arten von Hepatitis

    Fünf Arten der Leberentzündung sind mit Hepatitis A, B, C, D und E insgesamt bekannt. Dem Institut zufolge können nur Hepatitis A und E unbemerkt verlaufen oder sich binnen einiger Wochen durch Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen oder Beschwerden im Oberbauch vorzeigen. Hepatitis B, C und D können dagegen schwere Schäden der Leber provozieren, die sogar zum Tode führen können.

    Im Jahr 2019 wurden nach Informationen des Tübinger Instituts in Deutschland 3727 derartige Fälle registriert. Allerdings lag die Zahl der Fälle im August 2020 für die laufende Zeitspanne schon bei 2280.

    ek/mt/dpa

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    Tags:
    Forscher, Infizierung, Untersuchung, Universität Tübingen, Schweinefleisch