09:32 30 September 2020
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    Trotz internationaler Proteste ist der Ringer Navid Afkari vor Kurzem im Iran hingerichtet worden. Die Sportwelt wie auch Menschenrechtsorganisationen zeigten sich über das Vorgehen des Iran geschockt. Auch Forderungen nach Sanktionen wurden laut.

    Das Todesurteil gegen den 27-Jährigen ist nach Behördenangaben am Samstag im Gefängnis Adel-Abad in der südiranischen Stadt Schiras vollstreckt worden. Nach seiner Hinrichtung ist Afkari in der Nacht zum Sonntag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beerdigt worden.

    Das gab der Menschenrechtsaktivist Mehdi Mahmudian, der auch ein Freund der Familie Afkaris ist, auf Twitter bekannt. Laut Mahmudian wurde Afkari in Sangar, einem Dorf in der südiranischen Provinz Fars, beerdigt. Seine Familie durfte an der Beerdigung nicht teilnehmen. Laut Afkaris Anwalt Hassan Younessi wurde dem Ringer vor seiner Hinrichtung ein letztes Treffen mit seiner Familie verwehrt. Allerdings habe auch ein Verurteilter laut Gesetzt das Recht, vor der Hinrichtung seine Familie zu sehen, schrieb der Anwalt auf Twitter.

    Afkari soll im Rahmen einer Demonstration 2018 in Schiras gegen die wirtschaftliche und politische Lage im Land einen Sicherheitsbeamten getötet und die Tat auch gestanden haben. Das Geständnis wurde im iranischen Staatsfernsehen übertragen, soll jedoch unter Folter erzwungen worden sein, erklärten Menschenrechtsorganisationen zuletzt. Afkaris Brüder, die mit ihm zusammen an den Protesten gegen das islamische Regime teilgenommen hatten, erhielten hohe Gefängnisstrafen. 

    Internationale Entrüstung und keine Konsequenzen

    Athleten-Verbünde und Menschenrechtler forderten Sanktionen gegen den Iran und nahmen auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) in die Pflicht. Der Iran verdiene „nicht länger das Privileg, an internationalen Wettbewerben teilzunehmen“, mahnte die Sportler-Union „Global Athlete“.

    Auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, reagierte betroffen. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Strafe vollzogen wurde, ohne dem Angeklagten einen fairen Prozess als eines der grundlegenden Menschenrechte zu gewähren“, sagte der DOSB-Chef. Die World Players Association versicherte: „Wir sind fest entschlossen, dass Navid sein Leben nicht umsonst verloren hat.“

    Das IOC teilte mit, es sei „geschockt“ über die „sehr traurige Nachricht“. IOC-Präsident Thomas Bach habe zuvor per Brief Gnadengesuche an die politische Führung des Iran gerichtet. Wie schon zuletzt erwähnte das IOC aber auch, dass es die Souveränität des Landes respektiere. Von möglichen Sanktionen gegen den Iran ist nicht die Rede. Schon vor der Hinrichtung Afkaris hatten Sportler und Organisationen das IOC ermahnt, den Druck auf den Iran zu erhöhen und das Land aus der globalen Sportgemeinschaft auszuschließen.

    Mit US-Außenminister Mike Pompeo meldete sich auch ein ranghoher Politiker zu Wort. Er verurteilte die Hinrichtung Afkaris als „abscheulichen Angriff auf die Menschenwürde“. Bärbel Kofler, die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, zeigte sich „zutiefst bestürzt“.

    mka/dpa/gs

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    Tags:
    Todesurteil, Iran