15:25 19 September 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    11935
    Abonnieren

    Kühnert fordert Seehofers Rücktritt; Trump leugnet Klimawandel; Merkel unterstützt neues Lager auf Lesbos; Flüchtlinge besonders in Pandemie-Gefahr; Migranten ertrinken vor Kreta; Prostitution in Hamburg ab heute wieder erlaubt

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Dienstag geschehen ist.

    Kühnert fordert Seehofers Rücktritt

    Der SPD-Vize-Chef und Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert hat CSU-Innenminister Horst Seehofer zum Rücktritt aufgefordert, sollte dieser seine Haltung in der Frage der Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria nicht ändern. Kühnert sagte der „Rheinischen Post“, dass die SPD der Union nun 48 Stunden Zeit gegeben habe, um sich endlich zu besinnen und zu praktikablen Vorschlägen zur Beendigung des Elends zu kommen. Seehofer müsse endlich seine Blockade aufgeben und die Hilfe derer zulassen, die helfen wollten und könnten. Andernfalls sollte er sein Amt an jemanden abtreten, der bereit sei, es verantwortungsvoll im Sinne Not leidender Menschen auszufüllen.

    Trump leugnet Klimawandel

    Wo die Feuer im Westen der USA bereits gewütet haben, ist wenig übriggeblieben. Die Brände historischen Ausmaßes schüren die Ängste vor den Folgen des Klimawandels. US-Präsident Donald Trump sieht die Gründe allerdings woanders. Bei einem Besuch in Kalifornien bemängelte der Republikaner das aus seiner Sicht schlechte Forstmanagement, was er auch schon in den vergangenen Jahren als Grund für die Ausmaße der Waldbrände anführte. Die Bedrohung durch den Klimawandel spielte er bei einem Treffen mit Einsatzkräften und Vertretern der Regierung herunter. Das Weltklima werde sich bald wieder abkühlen, sagte Trump bei dem Treffen mit dem kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom in Sacramento.

    Merkel unterstützt neues Lager auf Lesbos

    Nach dem Brand des griechischen Flüchtlingslagers Moria könnte ein neues Lager unter gemeinsamer Führung der EU und Griechenlands entstehen. Es habe in den vergangenen Tagen entsprechende Überlegungen gegeben, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte deutsche Unterstützung zu, wenn auf der Insel Lesbos ein neues Aufnahmezentrum eingerichtet werden soll. Eine Konzentration nur auf eine Zahl an Flüchtlingen, die Deutschland aufnehmen solle, sei der falsche Ansatz, sagte Merkel offensichtlich mit Blick auf die Forderung von SPD-Chefin Saskia Esken, umgehend eine hohe vierstellige Zahl an Flüchtlingen in Deutschland aufzunehmen. Gleichzeitig sei sie aber offen dafür, weitaus mehr Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen als bislang bekannt.

    Flüchtlinge besonders in Pandemie-Gefahr

    Die Corona-Pandemie hat laut Weltrisikobericht die besondere Gefährdung von Flüchtlingen und Migranten weiter verstärkt. Im Falle eines extremen Naturereignisses seien die meist unter schlechten Bedingungen lebenden Menschen besonders verwundbar. Das Risiko für eine humanitäre Katastrophe steige, heißt es in dem heute veröffentlichten Bericht von Bündnis „Entwicklung Hilft“ und dem Friedensinstitut der Ruhr-Universität Bochum. Corona verschärfe die Anfälligkeit der Menschen umso mehr. Der Bericht verweist etwa auf mangelhafte Hygienebedingungen und Infektionsschutzmaßnahmen in überfüllten Flüchtlingscamps, auf Grenzschließungen und Beeinträchtigungen in der Versorgung, unter denen Geflüchtete und Vertriebene oder auch Wanderarbeiter besonders litten.

    Migranten ertrinken vor Kreta

    Bei einem Bootsunglück vor der griechischen Insel Kreta sind mindestens drei Migranten ertrunken. Die Küstenwache habe 53 Menschen aus dem Wasser retten können, berichtete der staatliche griechische Rundfunk heute. Wie ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur sagte, sei das Boot der Migranten wegen der starken Winde rund zwölf Seemeilen (etwa 22 Kilometer) vor Kreta gekentert. Die Rettungsmannschaften suchten auch mit Hubschraubern nach weiteren Menschen. Die genaue Zahl der Migranten an Bord des Bootes sei unbekannt. Schleuser versuchen immer wieder, Migranten von der türkischen Ägäisküste auf einer gefährlichen Route, die in den meisten Fällen südlich von Kreta verläuft, nach Italien zu bringen. In der Region herrschten heute Winde der Stärke acht.

    Prostitution in Hamburg ab heute wieder erlaubt

    Prostitution ist an der berühmten Reeperbahn in Hamburg ab heute unter strengen Auflagen wieder erlaubt, allerdings nur in angemeldeten Prostitutionsstätten. Nach monatelangem Corona-Lockdown hatten sich Hamburg und auch das benachbarte Schleswig-Holstein vergangene Woche auf ein abgestimmtes Vorgehen bei der Wiederzulassung der Prostitution verständigt. Um das Infektionsrisiko gering zu halten, muss ein Hygienekonzept vorliegen. Weitere Auflagen sind das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, vorherige Terminvereinbarungen, Aufnahme von Kundenkontaktdaten, ausreichende Belüftung und ein Alkoholverbot.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Machen uns sehr angreifbar“: CSU-Urgestein und Rechtsanwalt Gauweiler zum Fall Nawalny – Exklusiv
    Fall Nawalny: Deutsche Eliten und „Ausdruck eines Niedergangs“ – Experte Fischer knallhart
    USA kündigen Verlegung von Schützenpanzern in den Nordosten Syriens an