15:54 30 November 2020
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    Deutschland will mehr Informationen über den russischen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus erhalten. Dies gab der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gegenüber Journalisten am Dienstag bekannt. 

    „Was die Frage des russischen Impfstoffes angeht, würden wir manchmal gerne mehr wissen wollen, weil die Transparenz noch nicht abschließend da ist. Es gibt immer wieder Austausch auf den unterschiedlichen Ebenen zwischen den Instituten. Da gibt es auch durchaus gute traditionelle Kontakte. Aber die Frage, was tatsächlich uns zugänglich gemacht wird an Informationen und was nicht – gilt übrigens nicht nur für die Entwicklung in Russland, es gibt ja auch in China Impfstoff-Entwicklungen – ist nicht immer so, dass man das Gefühl hat, es ist absolute Transparenz“, sagte Spahn. Damit beantwortete er die entsprechende Frage.

    „Sputnik V“

    Das russische Gesundheitsministerium hat zuvor den weltweit ersten Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus registriert, der den Namen „Sputnik V“ erhielt. Es wurde vom Gamaleya-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie mit Unterstützung des russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF) entwickelt. Experten zufolge wiesen alle Freiwilligen bei den klinischen Studien hohen Antikörpertiter aus. Es seien keine  schwerwiegenden Komplikationen festgestellt worden, hieß es.

    Kirill Dmitriev, CEO des RDIF, sagte zuvor, dass der Fonds Kaufanfragen für insgesamt eine Milliarde Impfdosen aus mehr als 20 Ländern erhalten habe. Zudem habe Russland eine lokale Impfstoff-Produktion mit fünf Ländern vereinbart. Die vorliegenden Kapazitäten ermöglichen es, innerhalb eines Jahres 500 Millionen Impfdosen herzustellen. 

    Zudem gab der RDIF-Chef an, dass der Fonds plane, bis zum Jahresende 2020 etwa 200 Millionen Dosen des Impfstoffs gegen das Coronavirus im Ausland zu produzieren. 2021 sollen es mehr als 500 Millionen Dosen sein.

    Der zweite russische Corona-Impfstoff, der vom Zentrum für Virologie und Biotechnologie „Vektor“ entwickelt wurde, soll im September verfügbar sein.

    „Sputnik V“-Lieferungen bereits im Gange  

    Zuvor war berichtet worden, dass der RDIF und das Gesundheitssekretariat des brasilianischen Bundesstaates Bahia ein Abkommen über die Zusammenarbeit für die Lieferung von bis zu 50 Millionen Dosen des Impfstoffes „Sputnik V“ unterzeichnet hätten. Auch die Lieferung von 32 Millionen Dosen an Mexiko wurde bereits vereinbart. Außerdem kündigte Dmitriev mögliche Lieferungen nach Südamerika an.

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    Tags:
    Russischer Direktinvestitionsfonds (RDIF), Gefühl, Transparenz, Informationen, Impfstoff, Jens Spahn