21:29 02 Dezember 2020
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    Fall Nawalny: Streit um Vergiftung des Kreml-Kritikers (125)
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    Laut dem Instagram-Account des russischen Bloggers Alexej Nawalny soll das deutsche Labor während der Untersuchung einer Wasserflasche aus dem Tomsker Hotel, in dem der Kreml-Kritiker gewohnt hatte, Spuren des Giftstoffes „Nowitschok“ gefunden haben.

    „Das ist die Flasche aus dem Tomsker Hotelzimmer, in dem Nawalny selbst abgestiegen war (…). Zwei Wochen danach hat ein deutsches Labor eben an dieser Flasche aus dem Tomsker Hotelzimmer ,Nowitschok‘-Spuren entdeckt“, heißt es im Instagram-Account von Nawalny zu einem entsprechenden Video.

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    Откуда взялась злосчастная бутылка? Давайте объясним, откуда взялось то, про что нам непрерывно задают вопросы. Так называемая “бутылка с «Новичком»”, ну, а точнее, обычная пластиковая бутылка из-под воды, на которой потом в немецкой лаборатории обнаружили следы боевого отравляющего вещества.  Это бутылка из номера в томской гостинице, где останавливался сам Навальный и вся наша съемочная группа.  Перенесемся обратно в 20 августа. В этот день часть нашей команды улетела в Москву, часть осталась в Томске доделывать видео. В полете Алексей потерял сознание и начал задыхаться, самолёт экстренно сел. Почти сразу сотрудники ФБК, которые остались в Томске, узнали о случившемся. В этот момент была сделана единственно возможная вещь. Они вызвали адвоката, поднялись в номер, из которого только что выехал Навальный, и начали фиксировать, описывать и упаковывать все, что там нашли. В том числе, и бутылки из-под гостиничной воды.  Как это происходило, вы можете посмотреть на этом видео.  Никакой особой надежды что-то такое обнаружить не было. Но поскольку нам было абсолютно ясно, что Навальный не “слегка заболел”, не “перегрелся” и Рафаэлкой здесь не поможешь, было решено забрать все, что может хоть как-то гипотетически пригодиться, и передать это врачам в Германии. То, что дело расследовать в России не будут, тоже было достаточно очевидно. Так и вышло: прошел почти месяц, Россия так и не признала отравление Алексея. Спустя две недели именно на бутылке из томского номера немецкая лаборатория обнаружила следы «Новичка». А потом еще три лаборатории, которые брали анализы у Алексея, подтвердили, что Навальный был отравлен именно им. Теперь мы понимаем: это было сделано до того, как он покинул свой номер, чтобы поехать в аэропорт. Сегодня в 20.00 в передаче «Россия Будущего» на ютюб-канале Навальный LIVE Георгий Албуров @alburov расскажет подробности.

    Публикация от Алексей Навальный (@navalny)

    In dem Beitrag heißt es ferner, Mitglieder des Teams von Nawalny, die in Tomsk geblieben waren, hätten sofort nach dessen Einlieferung ins Krankenhaus einen Anwalt gerufen und das Hotelzimmer, in dem der Blogger wohnte, aufgesucht und damit begonnen, alles, was sie dort gefunden hätten – darunter auch Flaschen mit Hotelwasser –, zu fixieren, zu beschreiben und einzupacken.

    Einer der „Nowitschok“-Entwickler, Leonid Rink, zieht diese Informationen in Zweifel. „Wenn man berücksichtigt, dass alle Flaschen gleich sind, ist das ein ,tödliches Indiz‘. Wir können sie nicht sehen, aber sie haben sie ja. Alle Flaschen sind gleich, und es ist (…) nicht zu beweisen, dass eben diese Flasche aus dem Hotel in Tomsk kommt. Es ist unmöglich zu beweisen, dass es eben jene Flasche ist, das heißt, diese Flasche kann an jedem Punkt der Erde präpariert worden sein“.

    Rink betonte unter anderem, dass das Auftragen von „Nowitschok“ auf die Flasche im Tomsker Hotel, in dem Nawalny wohnte, nicht nur zu seinem Tod, sondern zum Tod aller, die diese berührt hätten, geführt hätte.

    Das Tomsker Hotel Xander, wo der russische Blogger und Kreml-Kritiker wohnte, kommentiert die Informationen nicht: „Wir geben keine Kommentare ab, (…) es gibt keine Informationen.“

    OPCW-Experten untersuchen Nawalny-Proben

    Zuvor hatte die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) mitgeteilt, dass sie eine Anfrage von Deutschland über den Erhalt technischer Hilfe im Fall Nawalny bekommen hätte.

    Die Hilfe werde gemäß dem Artikel VIII der Chemiewaffenkonvention geleistet. Vor der Anfrage hatte laut der entsprechenden OPCW-Mitteilung der Generaldirektor der Organisation (Fernando Arias – Anm. d. Red.) vom Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Miguel Berger, einen Brief erhalten, wonach deutsche Experten zu dem Schluss gekommen seien, dass „ein Nervenkampfstoff aus der sogenannten ,Nowitschok‘-Gruppe als Quelle dieser Vergiftung festgelegt werden könnte“.

    „Auf dieser Basis hat das technische Sekretariat bestimmte Vorbereitungsmaßnahmen ergriffen, um zu jeglichen Anfragen von Deutschland bereit zu sein“, hieß es weiter.

    „Im Rahmen dieses Prozesses war das technische Sekretariat im ständigen Kontakt zu den deutschen Behörden in Erwartung ihrer Entscheidung (…).“

    „Das Expertenteam des technischen Sekretariats hat unabhängig biomedizinische Proben von Herrn Nawalny für die Analyse in den OPCW-Laboratorien gesammelt. Die Ergebnisse werden erwartet und den deutschen Behörden zur Verfügung gestellt.“

    Was ist mit Nawalny passiert?

    Der russische Blogger Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug unverzüglich in Omsk landete. Er wurde in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Später wurde der 44-Jährige auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt.

    Die Bundesregierung hatte am 2. September nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der „Nowitschok“-Reihe vergiftet worden sei. Die Schlussfolgerungen deutscher Sachverständiger seien von Labors in Schweden und Frankreich bestätigt worden, hieß es weiter.

    Parallel dazu führt die OPCW auf Ersuchen Berlins eigene Untersuchungen durch. Der Kreml sagte diesbezüglich, dass Berlin Moskau nicht über seine Ergebnisse informiert habe. Das russische Außenministerium betonte wiederum, dass Russland auf eine Antwort Deutschlands auf die offizielle Anfrage warte.

    Russland sei an der Aufklärung des Falls interessiert, wofür es Informationen aus Deutschland bräuchte, die noch nicht eingegangen seien, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Ermittlungsmaßnahmen in Bezug auf die Situation um Nawalny würden de facto laufen, teilte er weiter mit. Wenn das Vorhandensein einer giftigen Substanz bestätigt werde, würden die Ermittlungen de jure eingeleitet, so Peskow.

    Aus Koma erwacht

    Anfang September berichtete die Charité, dass sich Nawalnys Zustand verbessert habe. Er sei aus dem künstlichen Koma geholt und vom Beatmungsgerät getrennt worden, hieß es. Am Dienstag wurde im Instagram-Account von Nawalny das erste Foto von ihm nach dem Erwachen aus dem Koma veröffentlicht. Er gab an, am Tag zuvor den ganzen Tag selbständig geatmet zu haben.

    ak/sna/sb

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    Deutschland, OPCW, Instagram, "Nowitschok", Flasche, Alexej Nawalny, Blogger, Tomsk, Russland