05:12 22 Oktober 2020
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    Mehr als 5000 Migranten sind nach offiziellen Angaben in den vergangenen Tagen in das neue Zeltlager von Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos gezogen. Laut einem Bericht des Staatsfernsehens ERT standen auch am Freitagmorgen Hunderte Menschen Schlange vor dem Eingang des Lagers.

    Bislang wurden nach Angaben des Migrationsministers Notis Mitarakis 135 Migranten positiv auf Covid getestet. Sie seien im Zeltlager isoliert worden, hieß es. Die Regierung in Athen dementierte kritische Berichte humanitärer Organisationen, laut denen es keine ausreichende Gesundheitsfürsorge im Lager gebe.

    Nach dem Brand des Flüchtlingscamps Moria auf Lesbos waren in der vergangenen Woche 12.000 Migranten obdachlos geworden. Viele wagen es nicht, das neue Lager zu beziehen; sie befürchten, dort eingesperrt zu werden, und fordern stattdessen, von der Insel aufs Festland gebracht zu werden. Dies fordern auch humanitäre Organisationen. Athen hält aber an dem Abkommen zwischen der EU und der Türkei von 2016 fest. Demnach müssen alle Migranten auf den Inseln bleiben, bis ihr Asylverfahren abgeschlossen ist. Wer keine Asylerlaubnis bekommt, muss in die Türkei zurück.

    Ein Polizei-Sonderkommando, darunter 70 Frauen, versucht seit Donnerstag, allen voran Familien zum Einzug in das Zeltlager zu überreden. Bislang laufe die Aktion gut, sagte ein Polizeioffizier im Rundfunksender Skai. Wenn diese Phase mit den Familien vollendet ist, soll die Bereitschaftspolizei auch die Migranten aufsuchen, die sich vehement weigern, ins Lager zu gehen. Alle Migranten wurden mit Flugblättern darüber informiert, dass der einzige Weg aus Lesbos über ein Asylverfahren führe. Und das gebe es nur, wenn man ins Zeltlager geht.

    ls/sb/dpa

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    Türkei, Griechenland