11:48 25 Oktober 2020
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    Dieser Winter wird anders. In Österreich und in der Schweiz laufen die Vorbereitungen für die Wintersaison auf Hochtouren. Die Seilbahnwirtschaft rechnet bereits mit einem Minus von 20 Prozent. Die Corona-Auflagen müssen pragmatisch und umsetzbar sein. Aber wie? Was für Pläne und Wünsche gibt es, um einen Einsturz zu verhindern?

    Alpenregionen und Skigebiete planen nun, welche Auflagen in der kommenden Wintersaison gelten müssen, um keine weiteren Corona-Infektionen zu begünstigen. Auch wenn noch nicht alles klar ist, das steht fest, dass diese Saison anders wird. Die Seilbahnwirtschaft beispielsweise rechne bereits jetzt mit einem Minus von ungefähr 20 Prozent, schreibt der „Österreichische Rundfunk“ (ORF).

    Tourismusgipfel

    Um Klarheit über die künftigen Zustände zu schaffen, fand am Donnerstagabend ein österreichischer Tourismusgipfel in Salzburg statt. Dabei wurden die Ideen der Tourismuswirtschaft festgehalten: So habe man auch gegen eine Kontingentierung gestimmt. Aufgrund des Andrangs am frühen Morgen und späten Nachmittag, nütze die Beschränkung auf eine bestimmte Anzahl der Personen nichts – so der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

    Haslauer betonte auch die Problematiken bei den gastronomischen Angeboten:

    „Kernpunkte dabei sind aus meiner Sicht die Mittagsversorgung auf den Skihütten, wenn es den großen Andrang gibt. Es gilt, zu überlegen, wie man das bewältigen kann bzw. inwieweit dabei allenfalls auch Beschränkungen notwendig sind.“

    Ein anderes großes Thema sei auch der Umgang mit der beliebten Après-Ski-Tradition. Auch diese könnten im kommenden Winter nicht wie in der bisherig gängigen Form stattfinden. Eine hohe Auflage an Sicherheitsmaßnahmen soll zudem dafür sorgen, dass sich keine Superspreader-Events wie in Ischgl Anfang des Jahres ereignen. Zu den Maßnahmen zählen regelmäßige Corona-Tests für Mitarbeiter, Apps zur gesicherten Nachverfolgung und die Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregelungen.

    Natürlich gelten diese Konzepte erst dann, wenn die jeweiligen Infektionszahlen im Winter eine Skisaison zulassen. Wie das ORF schreibt, mögen sich die Beteiligten der Tourismusbranche einen anderen Fall bisher nicht vorstellen wollen. Die Pläne und Wünsche der Tourismuswirtschaft werden nun an das Gesundheitsministerium weitergeleitet, so dass zu den nächsten Wochen feste Regelungen entstehen können.

    Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen bei Events

    Auch andere Bereiche des Wintersports sind von der Pandemie betroffen und stark darauf angewiesen, sich zu ändern. Dazu gehören auch die Veranstaltungen der Internationale Biathlon-Union (IBU) – also der Dachverband aller nationalen Biathlonverbände. In einer Medienmitteilung geben sie die neuen Maßnahmen bekannt, unter welchen künftige Veranstaltungen des IBU der Saison 20/21 stattfinden sollen.

    Unter die Maßnahmen fallen ähnliche Bestimmungen, wie sie die Salzburger Tourismuswirtschaft formuliert hatte: Tracing-App, Abstandregelungen, limitierter Zugang zu gewissen Bereichen und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung. Ob Gäste überhaupt zugelassen werden dürfen, entscheiden die Organisationskomitees, falls dies die dazugehörigen Gesundheitsbehörden befürworten. Auch dieser Faktor ist entscheidend für den Wintertourismus – Veranstaltungen wie der Biathlon, das Ski Alpin oder Skispringen bringen jährlich jeweils mehrere Zehntausende Zuschauer zur Wintersaison.

    Überregionale Regeln notwendig

    Doch nicht nur Österreich betreffen diese massiven Verluste in der Wintersaison – im Gegenteil: Die Experten der österreichischen Tourismusbranche versuchen, alles so koordiniert wie möglich zu machen.

    Der Landessprecher der Hoteliervereinigung, Wlater Veit, sagte zum ORF:

    „Tatsache ist: Wir müssen uns, um das geordnet machen zu können, mit allen Beteiligten zuerst absprechen – Bergbahnen, Hotels, Gastronomie, Skischulen und so weiter. Wenn wir das koordiniert haben, müssen wir uns auch mit den anderen Bundesländern zusammensetzen, weil wir ja auch Skigebiete haben, die länderübergreifend sind.“

    Tourismus in der Schweiz

    Touristik-Gipfel hätten auch in der Schweiz bereits regelmäßig stattgefunden, immer wieder zusammen mit Mitgliedern des Bunderates. Ende August habe sich der Schweizer-Tourismus-Verband mit der Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga ausgetauscht. Dabei hätte die Tourismusallianz stark dafür appelliert im Herbst und Winter des laufenden Jahres keine weiteren Restriktionen in Form von Quarantänevorschriften zu verhängen, schreibt die Liechtensteiner Zeitung „Vaterland“.

    Die Schutzmaßnahmen müssten dafür weiterhin pragmatisch und umsetzbar bleiben. Auch die Reisefreiheit sei ein wesentlicher Punkt, der erhalten bleiben müsse, falls der Tourismus in der Schweiz keine negativen Folgen offenbaren soll. So wünsche sich die Tourismusallianz auch offene Grenzen für Europa.

    lm

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    Tags:
    Covid-19, Pandemie, Corona-Warn-App, Winter, Schweiz, Österreich, Skirennen, Skilaufen, Skilauf, Tourismus