04:26 29 Oktober 2020
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    Nach erbitterten Kämpfen um Palmyra findet die antike Stadt in Zentralsyrien allmählich zur Normalität zurück. Stadtbewohner, die einst vor IS-Terroristen fliehen mussten, erzählten Journalisten, wie das Leben dort nach dem Krieg neu beginnt.

    „Als die Militanten vertrieben wurden und wir zurückkehrten, war unser Haus schwer beschädigt“, sagte Deschemal Mahmud Schchedi, der nach dem IS-Einmarsch nach Homs fliehen musste und nun in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist.

    „Die Wände blieben zwar erhalten, aber Banditen stahlen alles - Möbel, Hausrat und rissen sogar die elektrischen Kabel heraus“. Der Anblick sei sehr schmerzhaft gewesen.

    Vor dem Krieg habe er bei einer Bank gearbeitet und seine zehnköpfige Familie als wohlhabend gegolten. Nach dem Einmarsch der Terroristen musste er alles zurücklassen und in eine andere Provinz fliehen, erzählte Schchedi. Nun wolle er sein Haus wiederherstellen.

    Die Stadtverwaltung hat Baufirmen unter Vertrag genommen, um Zivilisten beim Wiederaufbau ihrer zerstörten Wohnhäuser zu helfen.

    „Auf Bitte des Gouverneurs von Palmyra haben wir mit der Reparatur von 150 Häusern begonnen, damit die Menschen zurückkehren können“, sagte Siwar Ruslan, Chef eines der engagierten Bauunternehmen. Die Arbeiten sollen in zwei Monaten abgeschlossen sein.

    Auch soziale Infrastrukturen wie Krankenhäuser und Schulen werden allmählich wiederaufgebebaut. Das Schuljahr begann in Palmyra gleichzeitig mit anderen Regionen Syriens.

    „In der Schule der ersten Stufe - bis zur sechsten Klasse – lernen 350 Kinder. In der Schule der zweiten Stufe - bis zur neunten Klasse - nur 50“, teilte Satar al-Kajen, stellvertretender Leiter einer Schule, mit. Er rechne mit einer wachsenden Anzahl der Schüler, nachdem weitere Bewohner nach Palmyra zurückgekehrt sind.

    Nach Angaben des russischen Zentrums für Versöhnung der Konfliktparteien wurden seit Juli 2018 in Syrien über 970 Bildungs- und über 240 medizinische Einrichtungen wiederhergestellt und etwa 1500 Straßenkilometer repariert. Außerdem wurden 199 Wasserversorgungsanlagen, 320 Bäckereien, 790 Umspannwerke und mehr als 14.000 Industrieunternehmen in Betrieb genommen.

    Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, Daesh)* hatte im Mai 2015 Palmyra in ihre Gewalt gebracht. Fast ein Jahr später konnte die syrische Armee, unterstützt durch die russische Luftwaffe, die antike Oasenstadt befreien, doch im Dezember 2016 fiel Palmyra erneut in die Hände der Terroristen, die zahlreiche zum UNESCO-Welterbe gehörende Kulturdenkmäler wie den Baaltempel oder die Fachr ad-Din-Zitadelle zerstörten. Nach ihrer erneuten Befreiung im März 2017 musste die Stadt 1,5 Monate lang durch russische Spezialisten entmint werden.

    * Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

    leo/ae

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    Tags:
    Zerstörung, Terroristen, Islamischer Staat, Wiederaufbau, Palmyra, Syrien