06:06 27 Oktober 2020
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    Der Kremlkritiker und Blogger Alexej Nawalny hat in einem Instagram-Beitrag über seine Behandlung in der Universitätsklinik Charité und seinen derzeitigen Zustand berichtet. Demnach hat er noch einige Schwierigkeiten im Alltag – doch soll er sich auf Instagram wieder bestens zurechtfinden.

    Gleich zu Beginn des Beitrags beschreibt Nawalny seine Schwierigkeiten im Krankenhausalltag – wie etwa den Umgang mit seinem Handy. Letzteres sei in seinen Händen nutzlos wie ein Stein. Auch das Befüllen eines Wasserglases sei ein richtiges Abenteuer – aber dies seien nur Kleinigkeiten im Vergleich zu den Problemen, mit denen er noch vor Kurzem zu kämpfen gehabt habe.

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    Давайте расскажу, как идёт мое восстановление. Это уже ясная дорога, хоть и неблизкая. Все текущие проблемы вроде того, что телефон в моих руках бесполезен, как камень, а налить себе водички превращается в целый аттракцион, - сущая ерунда. Объясню. Совсем недавно я не узнавал людей и не понимал, как разговаривать. Каждое утро ко мне приходил доктор и говорил: Алексей, я принёс доску, давайте придумаем, какое на ней написать слово. Это приводило меня в отчаяние, потому что хоть я уже и понимал в целом, что хочет доктор, но не понимал, где брать слова. В каком месте головы они возникают? Где найти слово и как сделать так, чтобы оно что-то означало? Все это было решительно непонятно. Впрочем, как выразить своё отчаяние, я тоже не знал и поэтому просто молчал. И это я еще описываю поздний этап, который сам помню. Сейчас я парень, у которого дрожат ноги, когда он идёт по лестнице, но зато он думает: «о, это ж лестница! По ней поднимаются. Пожалуй, надо поискать лифт». А раньше бы просто тупо стоял и смотрел. Так что много проблем ещё предстоит решить, но потрясающие врачи университетской Берлинской клиники «Шарите» решили главную. Они превратили меня из «технически живого человека» в того, кто имеет все шансы снова стать Высшей Формой Существа Современного Общества, - человеком, который умеет быстро листать инстаграм и без размышлений понимает, где ставить лайки.

    Публикация от Алексей Навальный (@navalny)

    „Ich habe noch vor Kurzem die Menschen nicht erkannt und wusste nicht, wie man spricht. Jeden Morgen kam der Arzt zu mir und sagte: Alexej, ich habe eine Tafel mitgebracht. Lassen sie uns überlegen, welches Wort wir darauf schreiben. Das brachte mich zur Verzweiflung, denn ich wusste zwar, was der Arzt von mir will, aber verstand nicht, woher ich die Wörter nehmen soll“, schildert Nawalny.

    Darüber hinaus habe er nicht gewusst, was er tun müsse, damit die Wörter etwas bedeuten, so der Blogger weiter. Das alles sei für ihn äußerst problematisch gewesen. „Wie ich meine Verzweiflung ausdrücken soll, wusste ich übrigens auch nicht, also schwieg ich einfach. Und hiermit beschreibe ich nur die spätere Phase, an die ich mich noch selbst erinnere.“

    Ferner verriet er Näheres über seinen derzeitigen Zustand. Demnach zittern seine Beine beim Treppensteigen, doch laut Nawalny alles halb so schlimm. Wenn er nun eine Treppe sehe, denke er sich Folgendes: „Oh, eine Treppe! Man läuft sie hoch. Ich sollte jedoch lieber den Fahrstuhl nehmen". Früher hätte er jedoch nur dagestanden und vor sich hingestarrt, so Nawalny weiter.

    Laut Nawalny wird es noch viele Probleme zu lösen geben, aber die großartigen Ärzte der Charité haben das größte bereits gelöst.

    „Sie haben mich aus einem ‚technisch lebenden Menschen’ in jemanden verwandelt, der alle Chancen hat, wieder zu der höchsten Form eines Lebewesens der modernen Gesellschaft zu werden – zu einem Menschen, der in der Lage ist, auf Instagram zu scrollen, und der ohne groß nachzudenken weiß, wie man einen Like gibt“, so Nawalny ironisch.

    Nawalny auf dem Weg der Besserung

    Der russische Blogger Alexej Nawalny erlitt am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau einen Zusammenbruch, woraufhin das Flugzeug unverzüglich in Omsk landete. Er wurde in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Der 44-Jährige wurde später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt.

    Anfang September berichtete die Charité, dass sich Nawalnys Zustand verbessert habe. Er sei aus dem künstlichen Koma geholt und vom Beatmungsgerät getrennt worden, hieß es. Am 15. Septemberwurde im Instagram-Account von Nawalny das erste Foto von ihm nach dem Erwachen aus dem Koma veröffentlicht. Er gab an, am Tag zuvor den ganzen Tag selbständig geatmet zu haben.

    Die Bundesregierung hatte am 2. September nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der „Nowitschok“-Reihe vergiftet worden sei. Die Ergebnisse dieser Überprüfung sollen unter anderem durch Speziallabore in Frankreich und Schweden bestätigt worden sein.

    Moskau bezweifelt die Behauptung der Bundesregierung und will Informationen darüber erhalten, welche Substanz genau bei dem Oppositionellen gefunden wurde. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte deshalb Ende August ein Rechtshilfegesuch an Deutschland gerichtet. Die Berliner Senatsjustizverwaltung gab inzwischen bekannt, dem Rechtshilfeersuchen der russischen Behörden nachzukommen.

    mka/gs

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    Tags:
    Behandlung, Charité Berlin, Alexej Nawalny