02:13 29 Oktober 2020
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    Der Hacker-Angriff auf die Düsseldorfer Uniklinik, der zu andauernden Einschränkungen für Patienten geführt hat, soll weiter im nordrhein-westfälischen Landtag aufgearbeitet werden. Am Mittwoch wird ein Bericht des Justizministers im Rechtsausschuss erwartet, in der Woche darauf will die SPD-Fraktion mehr über das Einfallstor der Hacker erfahren.

    Für den Wissenschaftsausschuss hat die Opposition einen Fragenkatalog eingereicht, der sich um die Software Citrix dreht. Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) hatten die Hacker eine Lücke in dem System ausgenutzt, um die Server der Uniklinik zu verschlüsseln. Das BSI hatte nach eigenen Angaben bereits im Januar vor dem Problem bei Citrix gewarnt.

    Die SPD vermutet, dass die Klinik Sicherheits-Updates nicht rechtzeitig vorgenommen hat - und will unter anderem wissen, was die Landesregierung über Citrix wusste.

    Erpresserschreiben falsch adressiert

    Seit dem 10. September ist das IT-System des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) laut dessen Webseite weitreichend gestört. Das Klinikum ist per Mail nicht erreichbar und hat sich von der Notfallversorgung abgemeldet. Rettungswagen fuhren die große Einrichtung in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt daraufhin nicht mehr an, Operationen wurden verschoben und geplante Behandlungstermine abgesagt.

    Die unbekannten Täter hatten nach Angaben von NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) bei dem Hacker-Angriff ein Erpresserschreiben hinterlassen, das allerdings an die Heinrich Heine Universität adressiert war. Als man die Hacker auf ihr falsch getroffenes Ziel aufmerksam machte, rückten sie den Schlüssel für die gesperrten Server raus.

    Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen auch wegen fahrlässiger Tötung, nachdem eine Patientin, die wegen der Hacker-Attacke in ein weiter entferntes Krankenhaus kam, gestorben ist.

    leo/dpa/gs

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    Tags:
    SPD, Landtag, Düsseldorf, Klinik, Angriff, Attacke, Hacker