04:02 28 Oktober 2020
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    Trump glaubt nicht an „echte“ Wahlergebnisse; Spahn gegen Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen; USA verhängen neue Sanktionen gegen Iran; Weltärztebundchef kritisiert Austragung von Fußballspiel; Kardinal Becciu tritt zurück

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Freitag geschehen ist.

    Trump glaubt nicht an „echte“ Wahlergebnisse

    Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump ließen deutsche Außenpolitiker besorgt zurück. So zweifelte er am System der Briefwahl, welches zu Zeiten der Corona-Pandemie in den USA an vielen Orten bevorzugt wird. „Wir müssen sicherstellen, dass die Wahl ehrlich ist. Aber ich weiß nicht, ob sie es sein kann“, so der Präsident. Schon seit Wochen argumentiert Trump gegen die Abstimmung per Brief, da diese laut seinen Angaben die Betrugschancen drastisch erhöhen würde. Dies wird von Experten und Wahlverantwortlichen bestritten.

    Trump meinte vor seinen Anhängern, dass seine mögliche Niederlage nur mit der Fälschung der Wahlergebnisse zusammenhängen könne. Auch gab es Andeutungen darauf, dass der jetzige Präsident ein Aus im September nicht ohne Weiteres anerkennen würde. Diese Formulierung wurde auch von deutschen Außenpolitikern verurteilt. „Die Linke“-Vorsitzende Sevim Dagdelen sieht dabei auch die Rolle Deutschland nicht außen vor: „Wer wie die Bundesregierung bei anderen Ländern weltweit auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit drängt, darf bei den USA keine Ausnahme machen.“

    Gesundheitsminister Spahn gegen Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine Tragepflicht von Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. „Aus meiner Sicht macht es Sinn, dass das tatsächlich lokal, regional, nach dem Infektionsgeschehen passiert“, meinte Spahn. Man müsse sich immer nach der Quelle für die erhöhte Zahl von Neuinfektionen erkunden, sagte er bei den ARD-„Tagesthemen“. „Wir haben ja gewusst, dass es mit den Lockerungen, die es über die letzten Wochen und Monate gegeben hat, auch wieder zu steigenden Infektionszahlen kommen kann“, so Spahn. Er fügte außerdem hinzu, dass es nicht die alltäglichen Situationen seien, welche die Großzahl von Infektionen auslösen, sondern die „Feiern“. Gerade deswegen seien auch Maßnahmen, die in gewissen Regionen lokal erhoben wurden, in Spahns Augen richtig.

    USA verhängt weitere Sanktionen gegen den Iran

    Die Exekution des Ringers Navid Afkari Mitte September war der Auslöser für weitere Sanktionen gegen den Iran seitens der US-Regierung. Dabei würden sich die Strafmaßnahmen neuerdings gegen den Richter wenden, der Afkari verurteilt hat, schreibt „Die Zeit“. Der Außenminister der USA, Mike Pompeo, nannte dies bereits einen „skrupellosen Akt“. Auch Deutschland habe die Hinrichtung bereits in einer internationalen Solidaritätskampagne zutiefst verurteilt.

    Konkret fordern die neuen Sanktionen, dass US-amerikanische Vermögenswerte des Richters Sejed Mahmud Sadati eingefroren werden. Zudem gelten finanzielle Transkationen mit Sadati als eine Straftat in den USA, schreibt „Die Zeit“. Ein weiterer Richter ist ebenfalls von den Sanktionen betroffen: Dieser habe Urteile über die im Iran oftmals unterdrückte Religionsgemeinschaft der Bahai gefällt. Weiterhin setzte Pompeo zwei Gefängnisse im Iran auf die schwarze Liste, eines davon ist eine Haftanstalt, in der der Ringer Afkari gefoltert wurde. Die letzten Wochen betrachtend, sei dies eine weitere Verschlechterung der Beziehung zwischen USA und Iran – schon in den vergangenen Wochen habe die US-Regierung weitere Sanktionen verhängt und verschärft.

    Weltärztebund-Chef kritisiert Austragung von Fußballspiel

    Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sieht die Austragung des Supercup-Finals zwischen FC Bayern München und FC Sevilla kritisch. Das Spiel fand in einem Risikogebiet in Budapest statt. Zur „Passauer Neuen Presse“ sagte Montgomery: „Der Fußball scheint offenbar Narrenfreiheit zu genießen. Das ist kontraproduktiv und ein falsches Signal.“

    Montgomery sehe ebenfalls ein Problem mit der Mitteilung, die durch dieses Spiel vermittelt werde könnte: „Wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ihre Ferien im Ausland verbringen können, aber Bosse und Spieler des FC Bayern in Hochrisikogebiete fliegen, ist das ein verheerendes Zeichen.“ Um Verantwortung zu übernehmen, sollten die Funktionäre und Spieler nicht nur an ihr eigenes Portemonnaie denken, kritisiert der Weltärztebund-Chef.

    Kardinal Becciu tritt zurück – ohne Grund?

    Ein ungewöhnlicher Rücktritt fand am Donnerstagabend im Vatikan statt: Kardinal Angelo Becciu ist von seinem Amt als Präfekt der vatikanischen Kongregation für Heilig- und Seligsprechungen zurückgetreten. Er würde dabei auch auf seine Rechte als Kardinal verzichten. Einen Grund, weswegen der 72-jährige Italiener zurückgetreten ist, habe das Presseamt des Vatikans nicht genannt. Italienische Nachrichtenagenturen berichten über den Rücktritt in Zusammenhang mit einem Skandal um die Investition des Vatikans in eine Luxusimmobilie in London.

    Da ein Rücktritt von diesem Posten in der Regel nicht vorgesehen ist, passieren solche Austritte innerkirchlich nur sehr selten. Der italienischen Nachrichtenagentur Adnkronos sagte der ehemalige Kirchendiplomat nur: „Ich ziehe es vor, zu schweigen.“

    lm/sb/dpa

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