06:22 22 Oktober 2020
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    Nach der jüngsten Messerattacke nahe der ehemaligen Redaktionsräume des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ in Paris sollen andere symbolische Orte in Frankreich besser geschützt werden. Bei dem Messerangriff waren am Freitagmittag zwei Mitarbeiter einer Produktionsfirma verletzt worden.

    Innenminister Gérald Darmanin teilte am Freitagabend mit, er habe die Anweisung gegeben, „dass alle symbolischen Orte, an denen es Angriffe gegeben hat, wie zum Beispiel der (koschere Supermarkt) Hyper Cacher oder (der Konzertsaal) Bataclan, (...), jetzt dauerhaft bewacht werden“. Auch rund um bevorstehende jüdische Feiertage wie Jom Kippur sollen etwa Synagogen besonders geschützt werden.

    Der Vorfall ereignete sich in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Gebäudes des Satiremagazins „Charlie Hebdo“. Die Anti-Terror-Fahnder der Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen eingeleitet. Mehrere Personen sind in Polizeigewahrsam genommen worden. Darmanin sprach von einem „islamistischen Terrorakt“.

    Der 18-jährige Hauptverdächtige war nach Angaben des Innenministers vor einigen Jahren als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Frankreich gekommen. Er soll Berichten nach in Pakistan geboren worden sein und die Tat gestanden haben. Er habe keine Anzeichen einer Radikalisierung gezeigt, so der Minister. Darmanin übte Kritik an der Pariser Polizeipräfektur, weil in der Straße, in der sich die Attacke ereignete, keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen galten. Dies solle sich nun ändern.

    Darmanin hob hervor, dass in Frankreich eine dauerhaft hohe Terrorgefahr bestehe. In den vergangenen drei Jahren seien 32 Angriffe vereitelt worden. Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorwelle heimgesucht - mehr als 250 Menschen wurden bisher getötet.

    „Wir befinden uns nach wie vor im Krieg gegen den islamistischen Terrorismus“, so der Minister.

    In Paris läuft seit Anfang Dezember das Gerichtsverfahren gegen mutmaßliche Helfer der Terrorserie im Januar 2015. Damals wurden über mehrere Tage insgesamt 17 Menschen getötet. Die Redaktion ist danach an einen geheimen Ort umgezogen.

    Alles begann am 7. Januar 2015 mit einem Angriff militanter Islamisten auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“, die zuvor Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatte. Bei dem Anschlag wurden zwölf Menschen getötet.

    Zu Beginn des gegenwärtigen Prozesses veröffentlichte „Charlie Hebdo“ erneut Karikaturen des islamischen Propheten - die Redaktion wurde daraufhin wieder bedroht. In einem offenen Brief stellten sich diese Woche rund hundert französische Medien hinter das Satiremagazin und forderten die Menschen im Land auf, sich für Meinungsfreiheit stark zu machen.

    ls/mt/dpa

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    Tags:
    Islamisten, Messerangriff, Messerattacke, Charlie Hebdo, Frankreich