06:39 20 Oktober 2020
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    An der australischen Insel Tasmanien haben Retter 108 gestrandete Grindwale befreien können. Dies ist einer am Samstag veröffentlichten Mitteilung der tasmanischen Regierung zu entnehmen.

    Die Meeressäuger wurden demnach in tiefere Gewässer gebracht. Man glaube, dass keine weiteren lebenden Wale in der Macquarie-Bucht an der Westküste Tasmanien geblieben seien, zitiert die zuständige Behörde den Biologen Kris Carlyon.

    Laut einer früheren Mitteilung der Regierung wurde die gesamte Zahl der Anfang dieser Woche in der Bucht gestrandeten Wale auf rund 470 eingeschätzt. Die Kadaver sollten nunmehr mit Booten auf das offene Meer geschleppt werden.

    Grindwale

    Der Grindwal (Globicephala melas) ist eine Art der Delfine (Delphinidae). Das männliche Tier erreicht eine Länge von drei bis sechs, maximal bis zu acht Metern und ein Gewicht von maximal drei Tonnen. Weibliche Tiere sind mit einer maximalen Länge von sechs Metern etwas kleiner.

    Strandungen

    Diese Massenstrandung ist die bisher größte in Australien. Sie übertrifft in ihrem Ausmaß eine aus dem Jahr 1996, als etwa 320 Grindwale an die Westküste gerieten.

    Vor Tasmanien stranden Wale recht häufig, meistens sind aber weit weniger Tiere betroffen. Laut der Regierung galt die Strandung von 1935 zuvor als die größte. Sie habe 294 Grindwale betroffen.

    Eine der möglichen Ursachen für die immer wieder vorkommenden Massenstrandungen ist das Sozialverhalten der Grindwale. Wird eines der Tiere verwundet, schwimmt es in Panik davon. Die gesamte Schule folgt dem verletzten Tier, wobei sie oft in flaches Wasser gerät. Einmal im seichten Wasser, können sich die Grindwale nicht mehr orientieren.

    Laut einer anderen Theorie versagt beim Leittier einer Gruppe durch Umwelteinflüsse oder Krankheit das Echo-Ortungssystem. Dadurch leitet es möglicherweise die ganze Gruppe fehl und auf die Küste zu.

    mo/mt

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