06:36 20 Oktober 2020
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    Das armenische Verteidigungsministerium hat ein Video veröffentlicht, das den Beschuss einer Kolonne aserbaidschanischer Militärtechnik während der Kämpfe in Bergkarabach zeigen soll.

    Zuvor hatte Armenien bekannt gegeben, die aserbaidschanische Armee habe etwa 30 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge verloren. Zudem soll die Verteidigungsarmee von Bergkarabach elf aserbaidschanische Militärfahrzeuge in ihren Besitz gebracht haben. Die Pressesprecherin des Verteidigungsministeriums in Jerewan, Schuschan Stepanjan, veröffentlichte ein Foto von einem der sichergestellten Militärfahrzeuge auf ihrem Facebook-Account. Aserbaidschan hat diese Berichte bislang noch nicht kommentiert.

    Im ersten Teil des Videos sind Schläge auf einzelne gepanzerte Fahrzeuge zu sehen. Der zweite Teil zeigt eine Kolonne der Militärtechnik auf einer engen Bergstraße, die beschossen wird. Die brennenden Fahrzeuge am Anfang und am Ende der Kolonne blockieren die Panzertechnik in der Mitte. Der Großteil der Militärtechnik wurde offenbar bei dem Beschuss getroffen; zwei Fahrzeuge versuchen, bewegungsunfähige Panzertechnik zur Seite zu schieben und wegzufahren.

    Jerewan wirft Baku Einsatz von Flammenwerfersystem vor

    Nach Angaben des armenischen Verteidigungsministeriums wurden die am Sonntag begonnenen Kämpfe auch in der Nacht auf Montag „mit unterschiedlicher Intensität“ fortgesetzt. Seit dem frühen Montagmorgen habe Aserbaidschan seine Offensive wiederaufgenommen und dabei Artillerie und Panzertechnik eingesetzt, unter anderem das sogenannte schwere Flammenwerfersystem TOS (Mehrfachraketenwerfer mit thermobarischen Sprengköpfen – Anm. d. Red.).

    Das armenische Militär halte die Offensive zurück, „indem es dem Gegner erhebliche Verluste an Personal und Ausrüstung zufügt“, teilte die Sprecherin des Ministeriums Schuschan Stepanjan mit.

    Bergkarabach berichtet über Tote unter Soldaten 

    Das Verteidigungsministerium der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach teilte am Montag mit, dass weitere 15 Soldaten am Vortag während der Kämpfe an der Berührungslinie getötet worden seien. Zuvor gab das Ministerium den Tod von 16 Militärs bekannt.

    Armenien stellt Behandlung in Krankenhäusern ein

    Aserbaidschanische Soldaten im Bergkarabach-Konflikt
    © Sputnik / Verteidigungsministerium Aserbaidschans
    Angesichts des verhängten Kriegsrechtes stoppen die medizinischen Einrichtungen Armeniens die Versorgung von Patienten, die laut Plan behandelt werden sollten.

    Laut dem Pressedienst des Gesundheitsministeriums sollen von nun an lediglich Menschen behandelt werden, die Reanimations- und Notfallhilfe benötigen. Die anderen Patienten sollten aus den Krankenhäusern entlassen und künftig nur ambulant versorgt werden.

    Verschärfung der Situation um Bergkarabach

    Die Situation um Bergkarabach hatte sich am Sonntagmorgen zugespitzt. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich.

    Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium behauptet, die armenische Seite habe mit dem Beschuss begonnen, während die aserbaidschanischen Streitkräfte eine Gegenoffensive durchführen. Das armenische Militär behauptet, dass Aserbaidschan Luft- und Raketenangriffe auf Bergkarabach ausgeführt hatte.

    Armenien verkündete wegen der Zuspitzung der Lage den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Das aserbaidschanische Parlament beschloss, den Kriegszustand in einigen Städten und Regionen auszurufen.

    Konflikt in Bergkarabach

    Der Konflikt in Bergkarabach war im Februar 1988 entflammt, als das Autonome Gebiet Bergkarabach seine Abspaltung von der Aserbaidschanischen SSR angekündigt hatte. Infolge der bewaffneten Konfrontation in den Jahren 1992-1994 verlor Aserbaidschan die Kontrolle über Bergkarabach und sieben Anrainer-Bezirke.

    Seit 1992 werden die Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts in der Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geführt, die von drei Ko-Vorsitzenden – Russland, den Vereinigten Staaten und Frankreich – geleitet wird. Aserbaidschan besteht auf die Bewahrung seiner territorialen Integrität, Armenien setzt sich für die Interessen der international nicht anerkannten Republik ein, die keine Gesprächspartei bei den Verhandlungen ist.

    asch/sna/ae

     

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