06:46 22 Oktober 2020
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    Die Verteidigungskräfte von Karabach sollen ein Flugzeug des aserbaidschanischen Militärs abgeschossen haben. Das teilte der Sprecher des Präsidenten der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach, Wargam Pogosjan, mit.

    „Wir können heute schon mit Sicherheit sagen, dass wir ein Flugzeug des Gegners über der Provinz Martuni abgeschossen haben“, teilte Pogosjan mit. 

    Die Pressesprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums, Schuschan Stepanjan, sagte gegenüber RIA Novosti, dass es sich bei dem abgeschossenen Objekt nach vorliegenden Informationen um ein Mehrzweckflugzeug An-2 gehandelt habe. Das Verteidigungsministerium Aserbaidschans wies die Meldung über den Abschuss eines Flugzeuges der aserbaidschanischen Luftwaffe zurück und bezeichnete die Angaben als Desinformation vonseiten Armeniens. 

    Nach Angaben des armenischen Verteidigungsministeriums wurden die am Sonntag begonnenen Kämpfe auch in der Nacht auf Montag „mit unterschiedlicher Intensität“ fortgesetzt. Seit dem frühen Montagmorgen habe Aserbaidschan seine Offensive wieder aufgenommen und dabei Artillerie und Panzertechnik eingesetzt. Das armenische Militär halte die Offensive zurück, „indem es dem Gegner erhebliche Verluste an Personal und Ausrüstung zufügt“, teilte die Sprecherin des Ministeriums, Schuschan Stepanjan, mit.

    Die Situation um Bergkarabach hatte sich am Sonntagmorgen zugespitzt. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien verkündete wegen der Zuspitzung der Lage den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, den Kriegszustand in einigen Städten und Regionen auszurufen. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote zu beklagen.

    Warnung an die Türkei

    Der armenische Botschafter in Russland, Wardan Toganjan, warnte die Türkei vor einer Einmischung in den Bergkarabach-Konflikt, nachdem Gerüchte die Runde gemacht hatten, Ankara könnte zur Unterstützung Aserbaidschans F-16-Flugzeuge im Konfliktgebiet einsetzen. Falls dies eintreten sollte, würden die armenischen Streitkräfte von ihrem ganzen Arsenal Gebrauch machen und Iskander-Raketen einsetzen, um die Sicherheit zu gewährleisten, versicherte Toganjan. 

    Der Berater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Yasin Aktay, wies daraufhin Angaben zurück, wonach die von der Türkei aus Syrien verlegten Kämpfer bereits an den Kampfhandlungen in Bergkarabach teilnehmen. Die Türkei sehe keine Notwendigkeit, ihre Militärs und Kämpfer der bewaffneten syrischen Opposition in die Konfliktzone in Bergkarabach zu schicken, sagte Aktay am Montag.

    Mit Blick auf die Kampfhandlungen in Bergkarabach sprach der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan von einer „Okkupation“ des Territoriums Aserbaidschans durch Armenien. Das Land sei nun gezwungen gewesen, dieses Problem selbst zu lösen, betonte Erdogan. In dieser Hinsicht hätten die Vermittlerstaaten wie Russland, Frankreich und die USA versagt, so Erdogan weiter.

    mka/gs

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    Tags:
    Luftverteidigung, Bergkarabach-Konflikt