08:24 23 Oktober 2020
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    Das Verteidigungsministerium der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach hat den Tod von weiteren 26 Soldaten bekannt gegeben. Die Konfliktparteien sprechen von andauernden Kampfen.

    Somit wurden am späten Montagabend 84 Namen von getöteten Soldaten auf der Webseite des Ministeriums veröffentlicht.

    Jüngste Erklärungen aus Aserbaidschan und Armenien

    Inzwischen berichten die beiden Konfliktparteien über andauernde Gefechte.

    Laut dem Verteidigungsministerium in Jerewan wehrten  armenische Streitkräfte  „in mehreren Richtungen der Berührungslinie“ die Angriffe der aserbaidschanischen Armee ab. In einigen Gebieten seien „Vergeltungsaktionen“ vorgenommen worden, schrieb die Sprecherin Schuschan Stepanjan auf Facebook. Dem Gegner seien Verluste an Personal und materielle Schäden zugefügt worden. Am frühen Dienstagmorgen sei in Richtung Süden eine angreifende Kolonne gepanzerter Fahrzeuge der aserbaidschanischen Armee  getroffen worden, hieß es.


    Wie der Sprecher des armenischen Verteidigungsministeriums, Arzrun Owannisjan, mitteilte, bereite sich die aserbaidschanische Armee auf einen neuen Angriff in Bergkarabach vor.
    „Der Gegner hat eine verstärkte Artillerievorbereitung eingeleitet und bereitet sich auf einen weiteren Angriff vor“, schrieb er auf Facebook.

    Intensive Kämpfe

    Das Verteidigungsministerium von Aserbaidschan sprach in einer Mitteilung von „angespannten Kämpfen“.

    In der Nacht auf Dienstag versuchten demnach die armenischen Streitkräfte erneut, einen Gegenangriff durchzuführen und verlorene Stellungen in Richtung der Städte Füzuli und Dschäbrajil sowie in Richtung von Ağdərə und Terter zurückzuerobern. Die in diesen Richtungen stationierten Einheiten der aserbaidschanischen Armee hätten den Gegenangriff erfolgreich abgewehrt, hieß es.

    „Ein Panzer, ein Fahrzeug sowie bis zu zehn gegnerische Soldaten, die in den frühen Morgenstunden versuchten, in Richtung Füzuli und Dschäbrajil durchzubrechen, wurden durch Artilleriefeuer eliminiert“, heißt es in der Mitteilung.

    Während der nächtlichen Kämpfe sollen die aserbaidschanische Luftwaffe und Einheiten des Heeres eine aus Militärfahrzeugen und Panzertechnik bestehende Kolonne der armenischen Truppen vernichtet haben, die von Madagiz aus in Richtung Ağdərə unterwegs gewesen sei. Auch eine Artilleriebatterie, die die Kolonne unterstützt habe, sei vernichtet worden.

    „Die angespannten Kämpfe gehen weiter. Der Gegner war zum Rückzug gezwungen, wobei er große Verluste hinnehmen musste“, heißt es weiter in der Mitteilung.

    Bei der Offensive zur Befreiung der Stadt Füzuli an der Berührungslinie seien vier weitere Panzer der armenischen Streitkräfte vernichtet worden.

    Verschärfung der Situation um Bergkarabach

    Die Situation um Bergkarabach hatte sich am Sonntagmorgen zugespitzt. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich.

    Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium behauptet, die armenische Seite habe mit dem Beschuss begonnen, während die aserbaidschanischen Streitkräfte eine Gegenoffensive durchführen. Das armenische Militär beteuert wiederum, dass Aserbaidschan Luft- und Raketenangriffe auf Bergkarabach ausgeführt hatte.

    Armenien verkündete wegen der Zuspitzung der Lage den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Das aserbaidschanische Parlament beschloss, den Kriegszustand in einigen Städten und Regionen auszurufen. Der aserbaidschanische Präsident, Ilham Älijew, hat den Kriegszustand in einigen Regionen des Landes sowie die Einführung der landesweiten Ausganssperre gebilligt und eine teilweise Mobilmachung verkündet.

    Eine Reihe von Staaten, darunter Russland und Frankreich, riefen die Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf. Die Türkei versprach, Aserbaidschan jede gewünschte Unterstützung vor dem Hintergrund einer weiteren Verschärfung der Lage in Bergkarabach zu gewähren.

    asch/sna/ae

     

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    Aserbaidschan, Armenien, Bergkarabach-Konflikt, Bergkarabach-Konflikt