07:44 23 Oktober 2020
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    Die aserbaidschanischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Baku das 3. motorisierte Schützenregiment „Martuni“ der armenischen Armee, das in Bergkarabach stationiert war, „völlig vernichtet“.

    „Der Feind erlitt schwere Verluste, die Ausrüstung wurde zerstört und das Regiment wurde vollständig zerschlagen“, teilte der Chef des Pressedienstes der Aserbaidschanischen Armee, Vagif Dargahli, gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti mit.

    „Das Kommando der gegnerischen Armee hat sich an alle mit der Bitte gewandt, Fahrzeuge zur Evakuierung von Toten und Verletzten bereitzustellen“, fuhr er fort.

    Armenien hat diese Informationen dementiert. Laut dem Sprecher des Verteidigungsministeriums Arzrun Owannisjan entspreche die Mittelung nicht der Wirklichkeit.

    Jerewan wirft Baku Beschuss von Zivilisten in Ostarmenien vor

    Nach Angaben von Jerewan haben aserbaidschanische Truppen in der Satdt Wardenis im Osten Armeniens die Zivilbevölkerung angegriffen:

    „Aserbaidschanische Drohnen und Flugzeuge versetzten einen Schlag gegen die Zivilbevölkerung in der Stadt Wardenis; wir verbreiteten ein Video, das einen brennenden Bus zeigt“, sagte der Sprecher des armenischen Verteidigungsministeriums Arzrun Owannisjan bei einem Briefing am Dienstag.

    „Auch Verteidigungsstellungen wurden beschossen“, fügte er hinzu.

    Wardenis ist 168 Kilometer von der armenischen Hauptstadt Jerewan entfernt.

    Zuvor hatte die Sprecherin des Verteidigungsministeriums, Schuschan Stepanjan, mitgeteilt, die aserbaidschanischen Streitkräfte hätten eine Garnison in Wardenis  beschossen. 

    Aserbaidschan habe Dörfer in Umgebung von Wardenis unter Beschuss genommen, berichtete das Verteidigungsministerium Armeniens später und drohte mit einer „angemessenen militärpolitischen Antwort“ an. 

    Das armenische Außenministerium gab den Tod eines Zivilisten infolge des Beschusses vom Gebiet Wardenis bekannt. In einer Facebook-Mitteilung warf das Ministerium Aserbaidschan vor, die Kampfzone auch auf armenische Gebiete auszuweiten.

       

    Der armenische Außenminister, Sohrab Mnazakanjan, hat via  Facebook mitgeteilt, Aserbaidschan habe beim Angriff auf Wardenis eine türkische Drohne eingesetzt. 

    Baku wirft Jerewan „groß angelegte Provokation“ vor

    Inzwischen hat Aserbaidschan Armenien  vorgeworfen,  gefälschte Videos  von Kampfhandlungen  zu verbreiten:

    „Die militärische Propagandamaschinerie Armeniens, die sich nach einer Reihe erfolgreicher Kampfhandlungen der aserbaidschanischen Armee in einer aussichtslosen Situation befindet, hat eine groß angelegte Provokation im Informationsraum eingeleitet“,  äußerte der  Chef des   Pressedienstes des aserbaidschanischen Verteidigungsministeriums, Oberst Vagif Dargakhli, gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti. „So gibt die armenische Seite, wie immer, alte Videos von vergangenen Kämpfen für neue aus. Das Ziel ist es, der Bevölkerung die Misserfolge als Erfolge zu präsentieren“, fügte er hinzu.

    Eskalation in Bergkarabach

    Die Situation um Bergkarabach hatte sich am Sonntagmorgen zugespitzt. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich.

    Soldaten der aserbaidschanischen Armee versetzen einen Schlag gegen armenische Truppen in Bergkarabach
    © Foto : Aserbaidschans Verteidigungsministerium

    Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium behauptet, die armenische Seite habe mit dem Beschuss begonnen, während die aserbaidschanischen Streitkräfte eine Gegenoffensive durchführen. Das armenische Militär beteuert wiederum, dass Aserbaidschan Luft- und Raketenangriffe auf Bergkarabach ausgeführt hatte.

    Armenien verkündete den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Alle Männer im Alter von 18 bis 55 Jahren dürfen das Land nicht verlassen.

    Aserbaidschan führte den Kriegszustand in einigen Regionen des Landes sowie eine landesweite Ausganssperre ein und verkündete eine teilweise Mobilmachung.

    Konflikt in Bergkarabach

    Der Konflikt in Bergkarabach war im Februar 1988 entflammt, als das Autonome Gebiet Bergkarabach seine Abspaltung von der Aserbaidschanischen SSR angekündigt hatte. Infolge der bewaffneten Konfrontation in den Jahren 1992 bis 1994 verlor Aserbaidschan die Kontrolle über Bergkarabach und sieben Anrainer-Bezirke.

    Seit 1992 werden Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts in der Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geführt, die von drei Ko-Vorsitzenden – Russland, den Vereinigten Staaten und Frankreich – geleitet wird. Aserbaidschan besteht auf die Bewahrung seiner territorialen Integrität und Armenien setzt sich für die Interessen der international nicht anerkannten Republik ein, die keine Gesprächspartei bei den Verhandlungen ist.

    asch/sna/ae

     

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    Tags:
    Zivilbevölkerung, Zivilisten, Aserbaidschan, Armenien, Bergkarabach-Konflikt, Bergkarabach-Konflikt