18:29 19 Oktober 2020
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    Ein türkisches Kampfflugzeug F-16 soll nach Angaben des armenischen Verteidigungsministeriums eine Su-25 der armenischen Luftwaffe abgeschossen haben.

    Aus Jerewan verlautete, der Abschuss des armenischen Kampfflugzeuges durch die türkische F-16 sei im Luftraum von Armenien erfolgt. Der Pilot sei ums Leben gekommen.

    „Während eines Luftgefechtes hat ein Mehrzweckkampfflugzeug F-16 der türkischen Luftwaffe ein armenisches Kampfflugzeug Su-25 im armenischen Luftraum abgeschossen. Der Pilot starb als Held“, teilte die Pressesprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums, Schuschan Stepanjan, mit.

    Laut der Sprecherin ist die F-16 von dem aserbaidschanischen Flugplatz in Gandscha abgehoben und deckte die Angriffe des aserbaidschanischen Militärs auf armenische Siedlungen und Einheiten der Streitkräfte Armeniens. Diese sollen mit aserbaidschanischen Su-25 und türkischen Kampfdrohnen geführt worden sein. Der türkische Kampfflieger soll bis zu 60 Kilometer in den Luftraum Armeniens eingedrungen sein, hieß es weiter. 

    Ankara und Aserbaidschan haben die Angaben inzwischen dementiert. Der Chef des Kommunikationsausschusses der türkischen Präsidentenadministration, Fahrettin Altun, bezeichnete die Informationen als vollkommen falsch. 

    Der Sprecher des Verteidigungsministeriums von Aserbaidschan, Wagif Dargjachly, wies die Angaben ebenfalls zurück und warf Armenien vor, Desinformation und Propaganda zu betreiben. 

    Die Verteidigungskräfte von Karabach meldeten am Montag den Abschuss eines Flugzeuges des aserbaidschanischen Militärs. Angaben zufolge soll es sich dabei um ein Mehrzweckflugzeug An-2 gehandelt haben. Baku wies die Meldung zurück und bezeichnete die Angaben als Desinformation vonseiten Armeniens. 

    Militärische Unterstützung im Bergkarabach-Konflikt

    Zuvor erklärte die Türkei ihre Bereitschaft, Aserbaidschan im Bergkarabach-Konflikt sowohl am Verhandlungstisch als auch auf dem Kampffeld zu unterstützen. Nach Ansicht der Türkei hält Armenien seit Jahrzehnten aserbaidschanisches Land besetzt. Aserbaidschan sei nun gezwungen gewesen, dieses Problem selbst zu lösen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im Hinblick auf die Kampfhandlungen in Bergkarabach. 

    Moskau reagierte darauf umgehend und betonte, dass jegliche Erklärungen über eine militärische Unterstützung für Armenien oder Aserbaidschan den Bergkarabach-Konflikt nur befeuern würden. Laut Kremlsprecher Dmitri Peskow lehnt Russland diesen Ansatz entschieden ab. Auch im Rahmen des Militärbündnisses OVKS zwischen Russland und Armenien als einer der Bündnispartner ziehe Russland derzeit keine militärische Unterstützung in Erwägung. 

    Die Situation um Bergkarabach hatte sich am Sonntagmorgen zugespitzt. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien verkündete wegen der Zuspitzung der Lage den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, das Kriegsrecht in einigen Städten und Regionen auszurufen. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote zu beklagen. Die Gefechte dauern an. 

    mka/sna/gs

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