05:25 20 Oktober 2020
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    Polizei und Generalstaatsanwaltschaft werten den Angriff auf einen jüdischen Studenten vor einer Hamburger Synagoge nach ersten Erkenntnissen als versuchten Mord - mutmaßlich mit antisemitischem Hintergrund. Das gaben beide Behörden am Montag in Hamburg bekannt.

    „Aufgrund der derzeitigen Einschätzung der Gesamtumstände ist bei der Tat von einem antisemitisch motiviertem Angriff auszugehen“, teilten beide Behörden mit. 

    Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Angriff auf einen jüdischen Studenten vor einer Synagoge am Sonntag in Hamburger scharf verurteilt.

    Es sei „ein feiger und abscheulicher Anschlag, der auch mich bestürzt“, twitterte Scholz am Montag. 

    ​Auch Außenminister Heiko Maas (SPD) verurteilte die Attacke scharf.

    „Das ist kein Einzelfall, das ist widerlicher Antisemitismus und dem müssen wir uns alle entgegenstellen“, schrieb Maas am Sonntagabend auf Twitter. „Meine Gedanken sind bei dem Studenten, ich wünsche gute Genesung.“

    ​Nach Angriff vor jüdischer Synagoge Wohnung in Hamburg durchsucht

    In der Nacht nach dem Angriff auf einen jüdischen Studenten vor einer Synagoge in Hamburg hat die Polizei eine Durchsuchung in einer Wohnung in der Hansestadt vorgenommen.

    Wie ein Polizeisprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg mitteilte, habe sich dort der mutmaßliche Täter unangemeldet aufgehalten. In seiner Wohnung in Berlin lebe er seit 2019 nicht mehr.

    In der Wohnung in Hamburg-Langenhorn hätten die Beamten zunächst keine weiteren offensichtlichen Hinweise auf einen Mittäter oder rechte Struktur oder Gesinnung entdeckt. Es seien mehrere Datenträger, vor allem zwei Laptops und USB-Sticks, beschlagnahmt worden. Die Auswertung dauere noch an.

    Der Mann sei bislang nicht ins Visier der Polizei geraten. Nach seiner Festnahme hatten die Ermittler einen Zettel mit einem handschriftlich aufgemalten Hakenkreuz in seiner Hosentasche entdeckt.

    „Die Ermittlungen zur Herkunft der vom Beschuldigten getragenen Bundeswehruniform dauern ebenfalls an“, hieß es weiter.

    Wegen der Bedeutung des Falles und wegen eines möglichen extremistischen Hintergrundes habe die Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen an sich gezogen. Auch der Staatsschutz sei eingeschaltet worden.

    Mann in Militärkleidung attackiert jüdischen Studenten vor der Hamburger Synagoge

    Ein 26-Jähriger, der durch das Tragen einer Kippa als Jude erkennbar war, war am Sonntagnachmittag nahe der Synagoge in Hamburg attackiert und erheblich verletzt worden.

    Ein 29 Jahre alter Mann in militärischer Kleidung hat Medienberichten zufolge den jüdischen Studenten mit einem Klappspaten angegriffen und am Kopf verletzt. Der Student ist aber außer Lebensgefahr. Er konnte sich den Angaben zufolge in Sicherheit bringen und wurde bis zum Eintreffen von Rettungskräften von Passanten erstversorgt. Der Angreifer wurde festgenommen.

    Das Motiv des Angreifers mit kasachischen Wurzeln war zunächst unklar. Laut der Polizei hatte der Mann mit Wohnsitz in Berlin allerdings einen „extrem verwirrten Eindruck“ gemacht. Es sei sehr schwierig, ihn zu vernehmen, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagabend.

    Es sei unklar, woher der Mann die militärisch wirkende Kleidung habe, die er bei der Tat mit einem Klappspaten am Sonntagnachmittag trug. 

    ns/dpa/ae

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    Tags:
    Ermittler, Mord, Synagoge, Hamburg, Deutschland