04:18 27 Oktober 2020
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    Auch Tage nach dem massenhaften Tiersterben ist die Ursache der Wasserverschmutzung vor der russischen Halbinsel Kamtschatka immer noch unklar. Während Moskauer Spezialisten Proben auswerten, stellen die lokalen Behörden Vermutungen an und berichten von einer Verbesserung der Situation.

    Ende September hatten zuerst Urlauber von toten Robben, Kraken und Fischen berichtet, die an der Küste Kamtschatkas angespült worden seien. Surfer hatten über Vergiftungsbeschwerden geklagt. Später bestätigte das Umweltministerium der Region das Sterben von Tieren. Es wurden Proben genommen und zur Auswertung nach Wladiwostok und Moskau geschickt.

    Der Gouverneur von Kamtschatka, Wladimir Solodow, teilte am heutigen Montag mit, dass neben einem Austreten giftiger Substanzen auch natürliche Ursachen wie giftige Algen oder die Folgen einer Vulkanaktivität unter die Lupe genommen würden. Die genaue Ursache könne erst nach der Auswertung der Proben festgestellt werden, deren Ergebnisse noch am Montag vorliegen sollten.

    Laut dem Gouverneur wurde auch im Fluss Nalytschewo, der an der fraglichen Stelle in den Pazifik mündet, Wasser untersucht, man habe jedoch keine erhöhte Verschmutzung entdeckt. Bewohner hatten gemutmaßt, dass an dem Fluss liegende Militäranlagen verantwortlich sein könnten.

    Patienten mit Hornhautverätzung

    Surfer hatten Ende September über veränderte Wasserfarbe vor der Küste berichtet und über Augenschmerzen geklagt. Erste Wasserproben hatten Experten zufolge einen 3,6-fachen Überschuss an Ölprodukten und einen zweifachen Überschuss an Phenolen ergeben. Am heutigen Montag teilte die regionale Gesundheitsministerin Marina Wolkowa mit, dass bei neun Menschen Hornhautverätzung festgestellt worden sei.

    „Acht Erwachsene über 18 Jahre und ein Kind nahmen medizinische Hilfe in Anspruch. Alle Patienten wurden mediziniert und nach Hause entlassen“, sagte Wolkowa.

    Die Patienten hätten nach einem Besuch an der Pazifikküste über „Brennen, Rötung und Nebel vor den Augen“ geklagt. Bei ihnen sei Hornhautverätzung diagnostiziert worden.

    Das regionale Wetteramt will unterdessen sinkende Verschmutzungswerte registrieren. Proben, die am Sonntag an einem der betroffenen Strände genommen worden seien, hätten gezeigt, dass die meisten Werte schon wieder normal seien, teilte die Leiterin des Wetteramtes, Wera Poljakowa, am Montag mit.

    „Nur bei  Phenol gibt es eine Überschreitung von 1,4 Mal. Das ist besser als am 29. September.“ Am Montag sollen wieder Proben genommen werden.

    leo/ae

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    Tags:
    Massensterben, Sterben, Tiere, Wasserverschmutzung, Verschmutzung, Umwelt, Kamtschatka, Russland