04:36 29 Oktober 2020
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    Greenpeace hat am Montag neue Flecke unbekannter Herkunft in Buchten 20 bis 50 Kilometer südlich vom Chalaktyrsky-Strand auf der russischen Halbinsel Kamtschatka gemeldet.

    „Das Team verzeichnete Verschmutzungen in Form mehrerer Flecken unbekannter Herkunft, einer davon bewegt sich südwarts der Halbinsel Kamtschatka, in Richtung des Schutzgebiets ‘ Juschno-Kamtschatski’ – dem UNESCO-Weltkulturerbe ‚Vulkane von Kamtschatka’“, heißt es in der Pressemitteilung von Greenpeace.

    Die Flecken wurden in mehreren Buchten 20-50 Kilometer südlich von Petropawlowsk-Kamtschatski registriert und insbesondere in Wilyuchinskaja, Spasenija und und Besymjannaja. Die Beobachtungen würden seit Sonntag, dem 4. Oktober, durchgeführt.

    „An verschiedenen Stellen beobachteten wir einen gelblichen Schaum auf der Meeresoberfläche, das Wasser ist auch eingetrübt. An einem der Orte fanden wir tote Tiere. Der Fleck oder genauer gesagt ein bestimmtes Volumen, weil er sich nicht nur an der Oberfläche, sondern auch in der Tiefe befindet, bewegt sich entlang der Küste“, so der Leiter des Klimaprojekts Greenpeace in Russland, Wassili Jablokow.

    Die ökologische Situation am Chalaktyrsky-Strand hat letzte Woche die Aufmerksamkeit der russischen Regierung sowie der Medien auf sich gezogen und ist seitdem zu einem der Hauptthemen auf der Tagesordnung geworden.

    Nach Angaben der ersten wissenschaftlichen Untersuchung gibt es in Proben aus dem Wassergebiet im Bereich des Chalaktyrsky-Strands auf Kamtschatka kein Öl.

    „Wie wir vereinbart hatten, teilten mir die Wissenschaftler, und zwar das Selinsko-Institut für Organische Chemie, mit, dass die durchgeführten Studien das Vorhandensein von Öl in Proben aus dem Wassergebiet in der Nähe des Chalaktyrsky-Strands ausschlossen“, sagte die stellvertretende Sprecherin der Staatsduma (das Unterhaus des russischen Parlaments – Anm.d.Red.) Irina Jarowaja am Montag.

    Tote Tiere und Patienten mit Hornhautverätzung

    Ende September hatten zuerst Urlauber von toten Robben, Kraken und Fischen berichtet, die an der Küste von Kamtschatka angespült worden seien. Surfer hatten über Vergiftungsbeschwerden geklagt. Später bestätigte das Umweltministerium der Region das Sterben von Tieren. Es wurden Proben genommen und zur Auswertung nach Wladiwostok und Moskau geschickt.

    Erste Wasserproben hatten Experten zufolge einen 3,6-fachen Überschuss an Ölprodukten und einen zweifachen Überschuss an Phenolen ergeben. Am heutigen Montag teilte die regionale Gesundheitsministerin, Marina Wolkowa, mit, dass bei neun Menschen Hornhautverätzungen festgestellt worden seien.

    Das regionale Wetteramt will unterdessen sinkende Verschmutzungswerte registrieren. Proben, die am Sonntag an einem der betroffenen Strände genommen worden seien, hätten gezeigt, dass die meisten Werte schon wieder normal seien, teilte die Leiterin des Wetteramtes, Wera Poljakowa, am Montag mit.

    „Nur bei  Phenol gibt es eine 1,4-fache Überschreitung. Das ist besser als am 29. September.“ Am Montag sollen wieder Proben genommen werden.

    sm/gs

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    Tags:
    Wasserverschmutzung, Kamtschatka, Greenpeace