04:42 27 Oktober 2020
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    Das Landgericht München I hat am Dienstag einen Hilfspfleger wegen Mordes an drei Patienten zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

    Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann vorgeworfen, seinen pflegebedürftigen Patienten an verschiedenen Tatorten in Deutschland Insulin gespritzt zu haben, das als Überdosis tödlich sein kann.

    Er soll über das Medikament verfügt haben, weil er - im Gegensatz zu seinen Opfern - Diabetiker ist.

    Zudem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest. In diesem Zusammenhang ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren in der Praxis so gut wie unmöglich. Danach folgt die Sicherungsverwahrung.

    Ursprünglich hatte es sechs Mordfälle gegeben. Die Staatsanwaltschaft stufte zum Schluss des Prozesses aber nur drei davon als erwiesen ein. In zwei weiteren Fällen ging die Anklagebehörde von versuchtem Mord aus, in drei Fällen von gefährlicher Körperverletzung.

    TV-Kamera vor dem Gerichtsgebäude in Oldenburg
    © AFP 2020 / Patrik Stollarz
    In vier Fällen forderte sie Freispruch, weil nicht nachgewiesen werden konnte, ob Insulin zum Tod geführt hatte. Das bedeute aber nicht, dass der Angeklagte nicht auch für diese Todesfälle verantwortlich sein könnte.

    Diese Entscheidung der Staatsanwaltschaft löste bei Nebenklägern heftige Kritik aus. Die Verteidigung des Angeklagten hatte lediglich ein „sachgerechtes Urteil“ gefordert.

    Der 38 Jahre alte Pole hatte eine Aussage vor Gericht verweigert, sich in seinem letzten Wort aber bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt und gesagt, er bereue seine Taten zutiefst: „Das, was ich getan habe, ist sehr brutal und bleibt brutal.“

    Der Fall erinnert an den Patientenmörder Niels Högel.

    Prozess gegen Killerpfleger Högel

    Im Juni 2019 war der ehemalige Pfleger Niels Högel in Oldenburg für weitere 85 Morde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann soll im Zeitraum 1999 bis 2005 seine Opfer zu Tode gespritzt haben. Er brachte dabei Patienten in lebensbedrohliche Lagen, um sein Können bei der Reanimierung unter Beweis zu stellen.

    Högel war bereits im Jahr 2015 wegen zweifachen Mordes an Patienten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Pfleger könnte insgesamt bis zu 200 Patienten getötet haben, was aber nicht mehr nachgewiesen werden kann, da viele ohne Autopsie kremiert worden waren.

    ns/dpa/sna/gs

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    Tags:
    Patienten, Serienmörder, München