07:32 27 Oktober 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    309176
    Abonnieren

    Der russische Blogger und Kremlkritiker Alexej Nawalny hat die Vereinten Nationen um Mithilfe bei der Untersuchung des angeblichen Giftanschlags gegen ihn gebeten. Dies teilte „Der Spiegel” am Mittwoch mit.

    Nach einem Bericht des Magazins von Mittwoch schaltete Nawalny über einen Anwalt die UN-Berichterstatterin für außergesetzliche Hinrichtungen oder willkürliche Exekutionen, Agnès Callamard, sowie die Berichterstatterin für Meinungsfreiheit, Irene Khan, ein. Beide UN-Vertreterinnen hätten den russischen Oppositionspolitiker bereits in Berlin getroffen.

    Nawalny erholt sich derzeit nach seinem Aufenthalt in der Charité-Klinik noch von den Folgen des Anschlags. Er vermutet, dass der russische Staat dahinter steckt. Callamard sagte dem „Spiegel”, sie werde die Vorwürfe „genauestens prüfen”. Wie lange dies dauern werde, könne sie noch nicht sagen. Inhaltliche Einschätzungen werde sie erst abgeben, wenn die Untersuchungen abgeschlossen und ”mit dem betreffenden Staat erörtert worden sind”.

    Maas droht Russland mit Sanktionen

    Außenminister Heiko Maas hat Russland mit Sanktionen im Fall Nawalny gedroht. Ein derart schwerer Bruch des Völkerrechts könne nicht ohne Konsequenzen bleiben, betonte Maas am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag.
    Ohne Aufklärung durch Russland seien „zielgerichtete und verhältnismäßige Sanktionen gegen Verantwortliche unvermeidlich”, sagte Maas am Mittwoch im Bundestag.

    „Wenn Russland die Vorgänge im Fall Nawalny nicht aufklärt und Informationen nicht bereitstellt, werden zielgerichtete und verhältnismäßige Sanktionen gegen Verantwortliche auf russischer Seite unvermeidlich sein”, twitterte der deutsche Außenminister am Mittwoch. „Werden eine gemeinsame Reaktion in der EU und der OVCW abstimmen”, fügte er hinzu.

    Fall Nawalny

    Der russische Blogger und Kremlkritiker Alexej Nawalny war am 20. August auf einem Inlandsflug zusammengebrochen. Er wurde zunächst in einem Omsker Krankenhaus behandelt und dort in ein künstliches Koma versetzt. Der 44-Jährige wurde später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. Anfang September wurde Nawalny aus dem Koma geholt und bereits am 23. September aus der Berliner Charité entlassen.

    ai/dpa/rtr/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Thai-König in Bayern: Maas droht mit Konsequenzen bei Rechtsverstößen
    Corona-Pleitewelle – Massive Arbeitslosigkeit: Oder Mut zu radikaler Steuerreform?
    Nord Stream 2: Russisches Rohrlegeschiff verlässt Heimathafen Kaliningrad
    Tags:
    Uno, Alexej Nawalny, Russland, Deutschland