08:26 23 Oktober 2020
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    Norwegische Archäologen haben im vergangenen Monat bei Ausgrabungen im Westen des Landes die Überreste eines 1200 Jahre alten heidnischen Tempels für altnordische Götter wie Thor und Odin ausgegraben. Dies berichtet die Fachzeitschrift „ScienceAlert“.

    Demnach stammt das Fundament des großen Holzgebäudes im Küstendorf Ose – etwa 14 Meter lang, acht Meter breit und zwölf Meter hoch – vermutlich aus dem Ende des 8. Jahrhunderts. Es sei an der Stelle ausgegraben worden, wo Vorarbeiten für eine neue Wohnsiedlung laufen, hieß es. Der Tempel sei für Anbetung und Opferung bestimmt gewesen, so die Fachleute. 

    ​Dies sei der erste altnordische Tempel des Landes, sagte der Archäologe Søren Diinhoff vom Universitätsmuseum Bergen.

    Obwohl das Holzgebäude längst verschwunden sei, hätten die Forscher anhand der verbleibenden Pfostenlöcher herausfinden können, welche Form es gehabt hatte, hieß es.

    „Es muss sehr beeindruckend gewesen sein“, so Diinhoff. 

    Die Tempel von damals seien nach dem Vorbild frühchristlicher Basiliken errichtet worden, die Reisende in südlichen Ländern gesehen hätten, sagte er weiter. Die Gebäude hätten einen markanten hohen Turm über einem geneigten Dach gehabt.

    ​Die Skandinavier hätten im 6. Jahrhundert mit dem Bau von „Häusern der Götter“ begonnen. Bis dahin seien Gottesdienste im Freien abgehalten worden. Zu großen Veränderungen in der Gesellschaft sei es gekommen, als die Wikinger begannen, mit dem Römischen Reich und den germanischen Stämmen Nordeuropas zu interagieren.

    Diinhoff zufolge wurde die skandinavische religiöse Verehrung danach ideologischer und organisierter. Die Zeremonien hätten in einem „Haus des Gottes“ stattgefunden. Dort wurden wichtige Feste wie die Tage der Winter- und Sommersonnenwende gefeiert. Einer der wichtigsten Momente der Rituale sei das Darbringen von Fleisch, Getränken und manchmal Edelmetallen an Holzfiguren der Hauptgottheiten gewesen, die von den Wikingern verehrt wurden: Odin und die anderen zwölf Götter.

    Forscher vertreten die Ansicht, dass der Tempel im 11. Jahrhundert zerstört worden sein könnte, als die Könige von Norwegen gewaltsam die christliche Religion einführten und mit Heidentum verbundene Gebäude zerstörten.

    pd/sb/sna

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    Tags:
    Gottesdienst, Fundament, Ausgrabungen, Tempel, Wikinger, Norwegen