04:04 27 Oktober 2020
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    Eine vierköpfige irakische Familie ist mit gefälschten Diplomatenpässen am Münchner Flughafen aufgeflogen. Nach eigenen Aussagen wollte die Familie nach einer Übernachtung in München ihre Reise auf die karibische Insel Domenica fortsezten – doch die Grenzpolizei wurde auf die Passagiere aufmerksam.

    Mit einem Privatjet des Typs Hawker Beechcraft 400A landete eine vierköpfige irakische Familie Angaben zufolge am sogenannten „General Aviation“-Terminal des Flughafens. Hier landen normalerweise Promis oder Politiker mit ihren Privatflugzeugen. Das Flugzeug sei aus Istanbul eingetroffen.

    Dem sogenannten „Handling-Agent“, der für die Abfertigung von Privatjets zuständig ist, teilte die Familie mit, dass sie Diplomaten auf der Durchreise seien. Alle Familienmitglieder sollen Botschafter-Papiere des Karibik-Staates St. Kitts and Nevis bei sich getragen haben.

    Laut dem Pressereferenten der Bundespolizei am Flughafen München, Christian Köglmeier, hat jedoch ein Beamter der Bundespolizei bei der Passkontrolle erste Zweifel an dem Diplomatenstatus der Familie gehabt. Der Grund: Die Passagiere hätten weder Französisch noch Englisch gesprochen. Dies sei für den Grenzpolizisten ein klares Signal gewesen, „denn Französisch ist die gängige Diplomatensprache und Englisch Weltsprache“, schildert Köglmeier den Vorfall. Bei der Kontrolle der Papiere sei dann relativ schnell festgestellt worden, dass es sich um Fälschungen handle.

    Auf der Flucht vor strenggläubigem Großvater

    Der Vater der Familie gab an, dass er und seine Familie auf der Flucht vor dem eigenen, strenggläubigen Großvater seien. Der habe auf eine Beschneidung der siebenjährigen Tochter nach islamischer Tradition bestanden und sogar Gewalt angedroht, wenn sich die Familie seinem Willen widersetzen würde, berichtet Köglmeier. Um ihrem Schicksal zu entkommen, habe die Familie ihr gesamtes Hab und Gut im Irak verkauft und Schleusern umgerechnet 60.000 Euro für die Flucht nach Deutschland bezahlt.

    In dem Fall soll nun das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entscheiden, wie es mit der Familie weitergeht. Zur Last gelegt werden ihnen Urkundenfälschung (bis zu fünf Jahre Haft) sowie der Versuch des unerlaubten Aufenthalts in Deutschland (bis zu einem Jahr Haft). Es könnten jedoch auch mildernde Umstände geltend gemacht werden.

    mka/dpa/gs

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    München, Flughafen