15:33 30 Oktober 2020
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    Das aserbaidschanische Militär hat nach eigenen Abgaben Kriegsziele der armenischen Streitkräfte vernichtet, die aserbaidschanische Zivilisten im Visier gehabt haben sollen.

    Demnach stationierte die armenische Seite gegen 01.00 Uhr Ortszeit am Mittwoch (gegen 23.00 Uhr MESZ am Dienstag) auf einer Abschussposition in der Zone, die an den „besetzten aserbaidschanischen Bezirks Kälbäcär“ grenze, mehrere operativ-taktische Komplexe ballistischer Raketen.

    „Diese Raketenkomplexe hatten die Zivilbevölkerung und die Infrastruktur in Gandscha, Mingätschewir und anderen Städten Aserbaidschans im Visier“, heißt es in der Mitteilung des Verteidigungsministerium Aserbaidschans.

    Um einen Raketenangriff zu verhindern, habe die aserbaidschanische Armee „vorbeugende Maßnahmen“ ergriffen.

    „Infolgedessen wurden die in Gefechtsbereitschaft versetzte operativ-taktische Raketensysteme als legitimes militärisches Ziel neutralisiert. Wir erklären, dass die gesamte Verantwortung für die Verschärfung der Situation beim militärischen und politischen Regime Armeniens liegt“, hieß es in der Mitteilung weiter.

    Zuvor hatte die armenische Seite erklärt, dass sie den humanitären Waffenstillstand einhält und die Informationen über den Beschuss aserbaidschanischer Regionen durch armenische Streitkräfte dementiert.

    Eskalation in Bergkarabach

    Der Konflikt in Bergkarabach war am 27. September eskaliert. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die seitdem andauern. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen viele Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich.

    Die Behörden der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach erklärten den Kriegszustand und eine Mobilmachung in der Republik. Auch Armenien verkündete den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Aserbaidschan führte den Kriegszustand in einigen Regionen des Landes ein und verkündete eine teilweise Mobilmachung. Armenien wirft der Türkei vor, Aserbaidschan aktiv zu unterstützen.

    Gespräche in Moskau

    Die Außenminister von Armenien und Aserbaidschan sind am 9. Oktober auf Einladung von Wladimir Putin zu Vermittlungsgesprächen nach Moskau gekommen. Die Gespräche dauerten mehr als zehn Stunden.

    Im Ergebnis dieser Gespräche wurde ein Waffenstillstand in der Konfliktregion um Bergkarabach vereinbart, der am 10. Oktober in Kraft trat und den beiden Konfliktparteien ermöglichen soll, Kriegsgefangene und Gefallene unter Vermittlung des Roten Kreuzes auszutauschen. Doch schon am Samstag warfen die Seiten einander vor, gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs hatten die Konfliktparteien dazu aufgefordert, die Kämpfe einzustellen und sich zur Aufnahme von Verhandlungen ohne Vorbedingungen zu verpflichten. Die Türkei versprach, Aserbaidschan jede gewünschte Unterstützung vor dem Hintergrund einer weiteren Verschärfung der Lage in Bergkarabach zu gewähren.

    asch/sna/tm

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    Tags:
    Bergkarabach-Konflikt, Armenien, Aserbaidschan