08:35 27 Oktober 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    1318
    Abonnieren

    Forderung nach einheitliche Regelungen bei Corona-Gipfel - Laschet beschwört „Wir-Gefühl“, Verlängerung von Überbrückungshilfen geplant, Erstmals seit April über 5000 Corona-Neuinfektionen bundesweit, Sicherheitsbedenken bei Trumps „Heilmittel“, Mediziner schlagen Alarm: Verfügbare Grippe-Impfstoffdosen reichen wohl nicht für alle Risikopatienten

     

    Sputnik präsentiert in Kürze, was sich in der Nacht zum Mittwoch ereignet hat.

    Corona-Gipfel und das „Wir-Gefühl“

    Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Mittwoch beim „Corona-Gipfel“ angesichts steigender Corona-Infektionszahlen über das richtige Maß weiterer Beschränkungen beraten. Städtetagspräsident Burkhard Jung forderte bundeseinheitliche Regelungen, das Beherbergungsverbot überzeuge ihn allerdings nicht. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte, die Bürger hätten „das Recht auf klare, verbindliche Regeln, die jeder nachvollziehen kann“ und wünschte sich, das „Wir-Gefühl“ aus dem Frühjahr neu zu beleben, dass alle an einem Strang ziehen, um das Virus zu bekämpfen.

    Verlängerung der Corona-Überbrückungshilfen geplant

    Das Bundeswirtschaftsministerium bereitet offenbar eine Verlängerung der laufenden Corona-Hilfen für Unternehmen bis zum 30. Juni 2021 vor. Nach der derzeitigen Regelung würden die Überbrückungshilfen zum Jahresende auslaufen. Das Haus von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) setze vor allem auf Verbesserungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe. Weitere Unterstützung sollen aber auch die Veranstaltungsbranche sowie die Messe- und Ausstellungswirtschaft bekommen. Konkret werde im Ministerium an verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten wie auch an Modernisierungs- und Zuschussprogramme für Renovierungen während der auftragslosen Zeit gedacht. Die Maßnahmen sollen am Mittwoch beim „Corona-Gipfel“ diskutiert werden.

    Erstmals seit April über 5000 Corona-Neuinfektionen bundesweit

    Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erstmals seit April mehr als 5000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet - 5132. Das waren mehr als 1000 Fälle mehr als noch am Dienstag. Noch am Mittwoch vergangener Woche wurden dem RKI 2828 Neuinfektionen mitgeteilt. Zuletzt waren Mitte April die Zahlen so hoch wie aktuell. Allerdings sind die Werte nicht miteinander vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

    Verfügbare Influenza-Impfdosen reichen offenbar nicht für alle Risikopatienten

    In der Debatte um den Nutzen von Grippe-Impfungen in Corona-Zeiten warnen Ärzte vor einer Unterversorgung mit Impfstoff. Laut einer Empfehlung des RKI sollten sich Risikogruppen und Menschen über 60 gegen die Influenza impfen lassen, um schwere Influenza-Verläufe zu verhindern und Engpässe in Krankenhäusern zu vermeiden.

    Das Problem: In Deutschland wird mit maximal 26 Millionen Impfdosen gerechnet. In einem Land mit rund 83 Millionen Menschen sei selbsterklärend, dass diese Menge nur bei einer niedrigen Impfrate ausreiche, so der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, in der „Augsburger Allgemeinen“. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut vermeldete rund 19,1 Millionen bislang verfügbare Dosen. Derzeit reiche die Impfstoffmenge offenbar nur für rund zwei Drittel der Risikopatienten – chronisch kranke Kinder oder ältere Menschen. „Selbst die würde man nicht alle erreichen." Kinder seien übrigens das „Feuer der Influenza“ - sie erkranken erst und steckten dann die anderen an. Die Gefahr von Corona im Vergleich zur Grippe würde zudem nicht korrekt bewertet: In der Grippesaison 2017/2018 seien 25.000 Tote zu beklagen gewesen, so Fischbach.

    Corona-Antikörper-Cocktail: Erprobung von Trumps "Heilmittel" unterbrochen

    Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat seine klinischen Versuche mit einem Antikörper-Cocktail gegen das Coronavirus unterbrochen. Das Unternehmen begründete den Schritt mit Sicherheitsbedenken. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump nach seiner mutmaßlich überstandenen Corona-Infektion die Antikörper-Cocktails gelobt. Trump war als experimentelle Behandlungsmethode als Covid-19-Patient ein Medikament des US-Konzerns Regeneron verabreicht worden. Mit Blick auf „Regeneron“ und „Eli Lilly“ sprach Trump von „Heilmitteln“ und versprach, synthetische Antikörper-Therapien kostenlos zur Verfügung stellen zu wollen.

    Die notwendige dritte Phase der klinischen Tests mit dem „Activ-3“ betitelten Mittel hatte im August an mehr als 50 Orten in den USA, in Dänemark und Singapur begonnen.

    ba/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Grenzverletzung verhindert: Su-27 verjagt französische Kampfflugzeuge – Video
    Thai-König in Bayern: Maas droht mit Konsequenzen bei Rechtsverstößen
    Bush oder Trump: Vergisst hier Biden, gegen wen er eigentlich für die US-Präsidentschaft antritt?
    Tags:
    Donald Trump, Robert Koch-Institut (RKI), NATO, Angela Merkel, Peter Altmaier, Armin Laschet, Coronavirus, Bundeswirtschaftsministerium, Grippe, Impfung, Influenza