06:31 22 Oktober 2020
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    Die SPD-Politikerin Sawsan Chebli ist wahlkampftauglich mit Hochglanzplakaten Teil einer „Kunstaktion“: Um sie sind Frauen mit Migrationshintergrund gruppiert und das Bild mit dem Slogan „Keine Experimente“ versehen. Es ist eine angestaubte Parole der CDU aus den 1950er Jahren. Ausgerechnet die soll ihrer Sache dienen und – „Anerkennung“ bringen.

    Mit einer als Kunstaktion konzipierten Plakatreihe unter dem alten CDU-Wahlkampfslogan „Keine Experimente“ wollen acht mehr oder weniger bekannte Berliner Frauen mit nicht-deutschen Eltern auf ihre Rolle in der Gesellschaft hinweisen. Zu dem Kreis zählen neben der Galeristin Anahita Sadighi und der SPD-Politikerin Sawsan Chebli auch die Schauspielerinnen Susana AbdulMajid und Muriel Wimmer und die Künstlerinnen Rebecca Korang und Elke Foltz.

    Deutsch genug, stark genug

    Die Frauen wollen nach eigenen Angeben nicht mehr beweisen müssen, „dass sie deutsch genug, stark genug“ seien. Sie seien keine „Experimente“, sondern bestimmten mit darüber, was heute „gesellschaftliche Norm in Deutschland“ sei.

    Der von der CDU in den 50er Jahren genutzte Wahlspruch steht aus Sicht der Organisatorinnen für „Stillstand, Skepsis gegenüber Erneuerung – und letztendlich auch für die Verneinung von Tatsachen“.

    ​Sie wollen mit den Plakaten aus Einzel- und Gruppenporträts auf den stetigen Wandel hinweisen. „Diejenigen, die sich in der Gesellschaft engagieren, sind heute zu einem Großteil weiblich. Sie haben oft diverse kulturelle Prägungen und einen „Migrationshintergrund"“, heißt es zur Aktion. Weil sie Berlin beispielhaft betroffen sehen, hängen ihre Porträts zwei Wochen in weiten Teilen des Stadtgebietes.

    Wie ein Wahlkampfplakat

    Die Berliner Staatssekretärin Chebli will als SPD-Kandidatin gegen ihren Chef, Bürgermeister Michael Müller, im Kampf um ein Abgeordnetenmandat für den Bundestag antreten. Die Bekanntgabe ihrer Kandidatur ist nicht unumstritten. Gerade wegen ihres Migrationshintergrundes sei es ihr ermöglicht worden, Karriere zu machen, heißt es zuweilen. Die neue „Keine Experimente“-Plakatierung“ mag das Berliner Wahlvolk auch gut und gern an Cheblis Bundestags-Ambitionen erinnern.

    „Die Idee hat sich in Gesprächen zwischen den Protagonistinnen entwickelt“, so Sadighi am Donnerstag zu der privat finanzierten Plakat-Aktion. Es gehe darum, Zeichen zu setzen, mit Stereotypen zu brechen und neue Perspektiven aufzuzeigen.

    ba/dpa

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    Tags:
    Migrationshintergrund, CDU, SPD, Sawsan Chebli