03:33 29 Oktober 2020
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    Der russische Minister für Handel und Industrie, Denis Manturow, hat mit der Nachrichtenagentur Bloomberg über die Wirkung des weltweit ersten registrierten Corona-Impfstoffs „Sputnik V“ gesprochen. Nach eigenen Worten hat er an der Erprobung des Vakzins teilgenommen – und keine ernsthaften Nebenwirkungen festgestellt.

    So sei er in der dritten Phase der klinischen Studie geimpft worden und habe bei sich – abgesehen von milden Syptomen – keine Nebenwirkungen verspürt. Er erklärte auch, warum er einen auf menschlichen Adenoviren basierenden Corona-Impfstoff für die richtige Wahl halte.

    „Ich bevorzuge das menschliche Adenovirus. Diese Methode ist wohlbekannt und die Formel verfügbar, sodass sich alle Experten ein klares Bild von der Wirkung und den Vorteilen des Impfstoffs – und zwar dass es keine Nebenwirkunen gibt, abgesehen von milden Syptomen während der ersten Tage –, machen können. Ich hatte am Abend etwas Fieber, vielleicht ein paar Stunden. Den Tag darauf waren es leichte Kopfschmerzen“, sagte Manturow.

    Nach Angaben des Ministers ließ er sich die Impfstoffdosis verabreichen, weil auch er für die Herstellung des Impstoffs in der Verantwortung stehe und sich sicher sein wollte, dass damit alles in Ordnung sei. Er betonte unter anderem, der Impfstoff habe ihm dabei geholfen, sich selbst und sein Umfeld zu schützen, da er beruflich viel Kontakt mit Menschen habe. Laut Manturow haben sich auch sein Sohn und seine 84-jährige Mutter impfen lassen.

    „Sputnik V“

    Der Impfstoff basiert auf dem Prinzip der viralen Vektoren, welches folgendermaßen funktioniert: Auf einem für Menschen harmlosen deaktivierten Adenovirus wird – ähnlich wie auf eine Trägerrakete – ein Stück Coronavirus angebracht. Nach der Impfung entsteht eine Immunabwehr – sowohl gegen das Adeno- als auch gegen das Coronavirus. Sputnik V besteht aus zwei Komponenten und wird innerhalb von drei Wochen zweimal verabreicht.

    Der russische Industrie- und Handelsminister bezifferte das mögliche Produktionsvolumen des Impfstoffs auf 1,5 Millionen Dosen im Dezember und zwei bis 3,5 Millionen im Januar nächsten Jahres. Zunächst sollen die russischen Bürger mit dem Impfstoff versorgt werden – und erst anschließend soll das Vakzin auf den internationalen Markt gebracht werden. Laut Manturow werden derzeit Veträge mit ausländischen Partnern abgeschlossen, insbesondere mit Indien und Lateinamerika – sowie mit den Partnern von der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG).

    Im August registrierte das Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau den weltweit ersten Impfstoff gegen das Coronavirus Sputnik V, welcher von vielen Gesundheitsexperten – darunter die renommierte Fachzeitschrift „Lancet“ – hoch bewertet wurde. Inzwischen haben mehr als 50 Länder Interesse an der Beschaffung des Vakzins bekundet.

    mka/sna/gs

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    Tags:
    Sputnik-V, Corona-Impfstoff, Coronavirus