11:33 04 Dezember 2020
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    Zwanzig Jahre nach seiner Ausmusterung soll einer der legendären Prestigezüge der DDR-Bahn wieder auf das Gleis zurück – zumindest in Mitteldeutschland. Fans und Liebhaber des „ICE des Ostens“ wollen das stillgelegte Exemplar des berühmten Schnelltriebwagens VT 18.16 restaurieren und wieder fahrtüchtig machen.

    „Die geschätzten Kosten liegen bei vier Millionen Euro“, sagte Gunnar Kloß von der für das Projekt gegründeten Betreibergesellschaft SVT Görlitz gGmbH.

    Laut der Berliner Zeitung soll der ehemalige internationale Reisezug im März 2023 wieder auf die Schiene gesetzt werden – genau 60 Jahre nach der Vorstellung des Prototyps bei der Leipziger Messe. Die Enthusiasten setzen auf finanzielle Unterstützung der drei Länder Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, des Bundes und der EU für die Erhaltung des Kulturguts, das Eigentum des DB Museums in Nürnberg bleibt.

    „Wir wollen auch Spenden sammeln“, sagte Kloß. Dafür sei eine Marathonstrecke von ingesamt 300 Kilometern geplant, die 15 Sportler an diesem Wochenende zurücklegen wollen. Die Distanz entspricht der Strecke Dresden-Prag, „die der Zug am 12. April 2003 zum letzten Mal zurücklegte.“ Mit Hilfe von Sponsoren sollen 40 Euro pro Kilometer zusammenkommen, um defekte Batterien und die Heizung des Zuges instand zu setzen.

    Mit dem SVT 18.16.10 plant die Betreibergesellschaft künftig zunächst zehn Sonderfahrten im Jahr. Ab 40 Fahrten trägt sich der beige Zug selbst. „Er kann dann auch gechartert werden“, sagt Kloß. „Anfragen gibt es schon.“

    Stolz von Eisenbahnfreunden

    „Die Namen, die schnittige und visionäre Form und 160 Kilometer pro Stunde Höchstgeschwindigkeit machten die Züge damals zum Stolz der Reichsbahn und vieler Eisenbahnfreunde in der DDR“, sagt Kloß. SVT stand für Schnellverkehrstriebzug mit Verbrennungsmotor, die 18 für 1800 PS und die 16 für die Höchstgeschwindigkeit.

    Der Nobelzug der Deutschen Reichsbahn wurde vor allem durch den Einsatz des Schnelltriebwagens der später SVT 175 bezeichneten Baureihe zur Legende. In den 60er-Jahren stellte der Waggonbau Görlitz acht davon her. Die mit ihnen international verkehrenden luxuriösen  Dieselzüge wurden Vindobona, Karlex oder Neptun genannt – je nach Strecke: von Berlin und Leipzig aus über Prag nach Wien, nach Karlsbad (Tschechien) oder auch mit der Fähre über die Ostsee nach Kopenhagen und Malmö.

    mka/gs

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    Tags:
    Zug, DDR