19:37 24 November 2020
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    Der Stadtfriedhof Schoonselhof in der belgischen Stadt Antwerpen ist von Hunderten von Marmorkrebsen überfallen worden, was eine Gefahr für die lokale biologische Vielfalt darstellen kann. Dies berichtet das Nachrichtenportal „The Brussels Times“ unter Berufung auf das Flämische Institut für Natur- und Waldforschung (INBO).

    Der Marmorkrebs (Procambarus virginalis) ist ein Lebewesen, das in der Natur nicht vorkommt, aber vermutlich in den 1990er Jahren von Tierhändlern in Deutschland experimentell erzeugt wurde. Dabei sind Marmorkrebse parthenogenetisch – dies bedeutet, dass sie sich ohne Paarung fortpflanzen können. Noch dazu sind alle Marmorkrebse weiblich und einander genetisch identisch.

    ​Diese Besonderheit ermöglicht es einer großen Population, sich schnell zu vermehren, was im Endeffekt in Antwerpen geschah.

    „Offenbar hatte jemand das Tier in seinem Aquarium und hat es dann in einem Kanal freigelassen. Es ist unmöglich, sie alle zusammenzutreiben. Es ist, als ob man versucht, den Ozean mit einem Fingerhut zu leeren“, sagte Kevin Scheers aus dem INBO.

    Da sogar ein einziger Marmorkrebs sich selbst klonen und so exponentiell vermehren könne, stelle dies eine Bedrohung für die lokale Umwelt dar, sagte Scheers. Dem Wissenschaftler zufolge frisst der Marmorkrebs alles weg, was ihm „in die Hände fällt“, und so kann er bis zu zwei Kilometer weit wandern und sich bis zu einem Meter in die Tiefe graben.

    „Der Marmorkrebs ist etwa zehn Zentimeter groß und kriecht nachts sowohl im Wasser als auch über die Oberfläche herum“, sagte Scheers.

    Den Wissenschaftlern zufolge gibt es momentan keine wirksame Möglichkeit, um die wachsende Population der Marmorkrebse loszuwerden. Laut Scheers habe man vorher in Spanien versucht, diese Krebse mit einem Gift loszuwerden, was aber in Belgien nicht erlaubt sei.

    ac/mt

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    Tags:
    Belgien, Friedhof, Antwerpen, Krebs