19:19 27 November 2020
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    Niederländische Ermittler haben einen 71-jährigen Mann aus Ruanda unter dem Verdacht der Beihilfe am Genozid in seinem Heimatland 1994 inhaftiert, berichtet die Staatsanwaltschaft am Montag in Rotterdam.

    Der Mann hätte seit etwa 20 Jahren in den Niederlanden gelebt. Ruanda hatte den Angaben der Justizbehörden zufolge einen Antrag zur Auslieferung des Mannes gestellt.

    Der Verdächtige soll zur Zeit des Völkermordes in der Hauptstadt Kigali Eigentümer einer Apotheke gewesen sein. Er soll bei Meetings dabeigewesen sein, wo Ermordungen der Tutsis vorbereitet wurden. Außerdem soll er an der Erstellung einer Liste mit potenziellen Opfern teilgenommen haben, so die Staatsanwaltschaft unter Verweis auf die Justiz in Ruanda.

    Völkermord in Ruanda

    Nach dem Abschuss des Flugzeugs von Präsident Juvénal Habyarimana am 6. April 1994 hatte eine Orgie der Gewalt das ostafrikanische Land erfasst. In etwa drei Monaten töteten Vertreter der Hutu-Mehrheit rund 800.000 Angehörige der Tutsi-Minderheit sowie gemäßigte Hutu.

    Das Morden wurde erst dann beendet, als die im Exil von den Tutsi gegründete Ruandische Patriotische Front (RPF), angeführt von dem heutigen Präsidenten Paul Kagame, aus Uganda einmarschierte.

    Der Genozid in Ruanda, der als der größte rassistisch motivierte Völkermord seit dem Zweiten Weltkrieg gilt, jährt sich mittlerweile zum 26. Mal.

    aa/dpa/mt

     

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    Tags:
    Niederlande, Festnahme, Verdächtiger, Völkermord, Genozid, Ruanda